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Datum:15.04.2021 - Kategorie:Gesundheit
Lesedauer:ca. 10 Min.

Corona und die Psyche: Erste-Hilfe-Tipps für die Seele

Die Corona-Pandemie hält die Welt in Atem – und bedroht auch die Seele: Immer mehr Menschen geraten an ihre psychische Belastungsgrenze. Das zeigt die steigende Nachfrage nach Psychotherapeuten.

Alleinstehende, die noch einsamer sind als zuvor, weil sie keine Freunde mehr treffen dürfen. Eltern, die Heimunterricht und Homeoffice unter einen Hut bringen müssen und kurz vor dem Nervenzusammenbruch stehen. Selbstständige und Angestellte, die um ihre Existenzen fürchten müssen. Die Corona-Pandemie drückt auf das seelische Gleichgewicht der Menschen.

„Die Nachfrage nach Psychotherapie hat während der Krise stark zugenommen“, sagt Gebhard Hentschel, Bundesvorsitzender der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung (DPtV). Das bestätigt auch eine Umfrage unter mehr als 4.500 Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten: Demnach sind die Patientenanfragen im Februar 2021 verglichen zum Vorjahreszeitraum um durchschnittlich 40 Prozent in die Höhe geschnellt. Behandelt werden müssen vor allem Angstsymptome und je nach Alter auch Depressionen.

Für die Betroffenen bedeutet der Ansturm mitunter eine echte Geduldsprobe: Mehr als die Hälfte der Erkrankten muss länger als einen Monat auf ein Erstgespräch warten, ergab die Umfrage. Immerhin ist der Großteil der Therapeuten gewappnet: 77 Prozent der Praxen böten inzwischen psychotherapeutische Telefon- und Videositzungen an, um Patienten akut zu behandeln. 

Familien und junge Menschen trifft es besonders hart

Was die Corona-Krise mit der Psyche macht, zeigt auch eine breit angelegte Studie, die die Universität Erfurt in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) durchgeführt hat. Mehr als 54 Prozent der Bundesbürger empfinden ihre persönliche Situation demnach als belastend, Stand: März 2021. Vergleicht man diese Zahlen mit denen vom letzten September, fällt auf: Das Belastungsempfinden ist in allen Altersgruppen deutlich gestiegen.

Das gilt insbesondere für Familien mit Kindern unter 14 Jahren und junge Menschen unter 30, weil sie psychisch oft noch nicht so gefestigt sind wie Ältere und stärker unter den Kontaktbeschränkungen leiden. Was die Menschen konkret umtreibt, ist dabei höchst unterschiedlich. Mal sind es Unsicherheiten bezüglich der Corona-Maßnahmen, die immer wieder angepasst, verlängert oder verschärft werden. Mal sind es finanzielle Sorgen und Überforderung. Was aber fast alle eint, ist die Angst, selber zu erkranken oder eine geliebte Person infolge einer tödlich verlaufenden Infektion zu verlieren.

Mehr Konsum von Alkohol und Zigaretten

Keine Frage, Corona belastet die Psyche. Das ist aber nicht alles. Suchttherapeuten zufolge belastet die Pandemie immer mehr Menschen, die im Lockdown verstärkt zu Alkohol und Zigaretten greifen. Welche Ursachen dahinterstecken und wie man eine Sucht wieder loswird, lesen Sie in diesem spannenden Blog- Artikel.


Den Stress bewältigen

Das Coronavirus und die damit verbundenen Einschränkungen bereiten enormen Stress. Umso wichtiger ist es, auch in der Krise einen kühlen Kopf zu bewahren und auf seine Gesundheit zu achten. Mit Programmen zur Stressprävention und -bewältigung möchten wir Ihnen helfen, besser mit Belastungen umzugehen. Dazu zählen verschiedene Gesundheitskurse, Online-Programme, aber auch der Lauf-Coach und Selbsthilfegruppen.


Die Krise schlägt fast allen Menschen aufs Gemüt.

Unsicherheit, Überforderung, Einsamkeit: Die Corona-Pandemie mutiert zu einer psychischen Dauerbelastung für die ganze Gesellschaft. Evelyne Müller gibt Tipps, wie man den Ausnahmezustand mental meistert.

Frau Müller, die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen haben enorme Auswirkungen auf die Psyche. Wie nehmen Sie diese Zeit wahr?

Es handelt sich um eine außergewöhnliche Situation und fast alle Menschen empfinden sie als psychisch belastend. Die Auswirkungen aber sind höchst unterschiedlich und abhängig vom Alter, Geschlecht und von den familiären Verhältnissen.

Welche Gruppen sind psychisch besonders belastet?

Es gibt viele verschiedene Gruppen mit ganz unterschiedlichen Problemen. Besonders häufig begegnen mir berufstätige Mütter, die im Zuge der Mehrfachbelastung durch Job, Haushalt und Homeschooling überfordert sind.

Auch Einsamkeit ist weit verbreitet: Wir Menschen sind Beziehungswesen, und Singles oder einsame Senioren enden aufgrund der Kontaktbeschränkungen nicht selten in sozialer Isolation. Parallel fühlen sich viele Menschen hilflos, weil sie die Situation nicht beeinflussen können. Das Wechselspiel von Lockerungen und Beschränkungen, die Meldungen über neue Virusvarianten – das alles kann zu Verunsicherungen führen. 

Was raten Sie denn zum Beispiel berufstätigen Müttern, um stabil durch die Krise zu kommen?

Die gewohnten Strukturen sind weggefallen. Umso wichtiger ist es, Aufgaben neu zu planen und zu gewichten. Zu welcher Tageszeit kann ich mir Freiräume schaffen, um ungestört zu arbeiten? Wann kann ich meinem Kind bei den Hausaufgaben helfen? Und ist es wirklich wichtig, dass die Fenster schön sauber sind? Man muss Abstriche machen und sich vom Anspruch lösen, alles unter einen Hut zu bekommen.

Auch der Partner sollte aktiv einbezogen werden: Eine Familie ist eine Gemeinschaft. Aufgaben wie Einkaufen oder Homeschooling kann man auf mehreren Schultern verteilen, indem man sich abspricht und unterstützt.

Sie haben das Thema Einsamkeit bereits angesprochen. Vielen Menschen fehlt das Zusammensein. Was kann man dagegen tun?

Die Beschränkungen bedeuten räumliche Distanz, aber kein Kontaktverbot. Auch in diesen Zeiten kann man ein Gefühl der Verbundenheit zu anderen Menschen herstellen. Man kann sich zu Telefon- und Videogesprächen verabreden. Auch Spaziergänge mit Freunden sind möglich. Man sollte nicht nur daran denken, was alles nicht geht, sondern das Beste aus der Situation machen und die Möglichkeiten voll ausschöpfen, die sich einem bieten.

Sie meinen, man soll den Fokus auf die positiven Dinge lenken?

Genau. Wer unter Ängsten leidet, sollte es vermeiden, ständig negative Nachrichten zu konsumieren. Vielleicht hilft es einem, sich jeden Abend vor dem Einschlafen Dinge ins Gedächtnis zu rufen oder aufzuschreiben, für die man dankbar sein kann. Es geht darum, das Gedankenkarussell zu stoppen und den Blick auf die positiven Dinge zu richten.

Haben Sie weitere Erste-Hilfe-Tipps für die Seele?

Es ist wichtig, die Gedanken zu beruhigen. Das kann man über halbstündige Spaziergänge, ein Buch, aber auch Meditationen und Gebete schaffen. Sport und eine ausgewogene Ernährung wirken sich ebenfalls positiv aus. Alle diese Ruheinseln können einem helfen, ausgeglichener durch diese Zeit zu kommen.
 

Evelyne Müller

Evelyne Müller ist Religionspsychologin, Lebensberaterin und Speakerin in Bielefeld. Mit Vorträgen, Workshops und Online-Kursen hilft sie Menschen, psychisch stabil durch die Pandemie zu kommen. Mehr Informationen finden Sie auf fulfilled-life.de.

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