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Datum:15.01.2020 - Kategorie:Gesundheit
Lesedauer:ca. 7 Min.

Der Weg zur Psychotherapie

Seelische Leiden nehmen mehr und mehr zu: Über die Hälfte aller Menschen erkrankt einmal im Leben an einer psychischen Störung. Trotzdem bedeutet der Gang zum Psychotherapeuten für viele Menschen immer noch eine kaum überwindbare Hürde. Häufig ist es ihnen unangenehm und sie fürchten, stigmatisiert zu werden. Der Informationsbedarf ist daher entsprechend hoch. Unser Wegweiser beantwortet Fragen, die Ihnen vielleicht begegnen, wenn Sie sich mit dem Thema Psychotherapie auseinandersetzen.

Was ist eine Psychotherapie?

Wörtlich übersetzt bedeutet Psychotherapie so viel wie „Behandlung der Seele“. Dabei werden Veränderungen des Denkens, Handelns und Erlebens identifiziert und mit psychologischen Methoden wie psychotherapeutischen Gesprächen, Verhaltensübungen oder Entspannungsverfahren behandelt. Zu den gut behandelbaren Erkrankungen zählen zum Beispiel Depressionen, Ängste, Zwänge, Essstörungen und Süchte.

Wann ist eine Psychotherapie sinnvoll?

Zu den häufigen Symptomen psychischer Erkrankungen gehören eine anhaltende Traurigkeit, Antriebslosigkeit, soziale Isolation und das Gefühl, dem Alltag nicht mehr gewachsen zu sein. Spätestens, wenn diese Symptome länger als vier Wochen andauern, handelt es sich um ernsthafte psychische Probleme. Das gilt auch bei Schmerzen, Schwindel oder Schlafstörungen, die nicht auf körperliche Ursachen zurückzuführen sind. Wer professionelle Hilfe benötigt, sollte sich an seinen Haus- oder Facharzt, eine psychosoziale Beratungsstelle oder direkt an einen Psychotherapeuten wenden.

Wie weiß ich, welche Therapie die richtige für mich ist?

In der Regel beginnt die Behandlung mit einer Sprechstunde bei einem zugelassenen Psychotherapeuten, in der in einem ausführlichen Gespräch geklärt werden kann, ob eine psychische Erkrankung vorliegt und welche Therapieform zu diesem Zeitpunkt am sinnvollsten ist. Seit dem 01.04.2018 ist diese Sprechstunde verpflichtend für Patienten, die eine weiterführende psychotherapeutische Behandlung in Anspruch nehmen möchten. Sieht der Therapeut dringenden Handlungsbedarf, kann auch mit einer Akutbehandlung begonnen werden.

Wie finde ich den passenden Therapeuten?

Sie können sich an die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung wenden, die Ihnen innerhalb von vier Wochen einen Sprechstundentermin in Ihrer Nähe organisiert. Auch die Heimat Krankenkasse berät Sie gerne zu diesem Thema. Alternativ steht es Ihnen frei, einen Psychotherapeuten Ihrer Wahl zu kontaktieren, um sich dort auf die Warteliste setzen zu lassen. Hierbei müssen Sie jedoch beachten, dass es längere Wartezeiten geben kann.

Ich habe einen Therapeuten gefunden. Wie geht es nun weiter?

Jeder Patient hat Anspruch auf bis zu vier vorbereitende, sogenannte probatorische Sitzungen, die ihm die Möglichkeit geben, gemeinsam mit dem Psychotherapeuten festzustellen, ob eine Therapie erforderlich ist, welche Behandlungsform sich eignet – und ob ein gegenseitiges Vertrauen zueinander aufgebaut werden kann. Verständigen sich beide auf eine Zusammenarbeit, beantragen sie gemeinsam die Genehmigung bei der Krankenkasse. Der Haus- oder Facharzt muss zudem ein gesundheitliches Attest ausstellen.

Wie lange dauert eine Psychotherapie?

Das kommt auf das Verfahren, die Ziele sowie den Verlauf der Therapie an: Die häufigste angewandte Methode ist die Verhaltenstherapie, gefolgt von einer tiefenpsychologisch fundierten oder analytischen Psychotherapie. Jede Therapieform hat sehr unterschiedliche Behandlungszeiträume, die von den persönlichen Fortschritten des Patienten und der Schwere der Erkrankung abhängen. Im Vorfeld lässt sich daher nur schwer abschätzen, wie lange eine Behandlung notwendig sein wird, ehe die erwartete Besserung eintritt. Sie sollten sich aber auf eine Therapiedauer von mindestens neun bis zwölf Monaten einstellen – eine analytische Psychotherapie kann auch zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen.

Die Verfahren im Überblick

Es gibt drei unterschiedliche Verfahren, deren Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Welche Methode sich eignet, hängt von den individuellen Voraussetzungen ab. Die Verfahrensform wird zwischen dem Patienten und dem Therapeuten abgestimmt.

  • Verhaltenstherapie
    Bei dieser Methode bekommt der Patient geeignete Techniken an die Hand, um unter anderem mit eingefahrenen Vorstellungen und Reaktionsmustern besser umzugehen oder sie zu ändern. Die Verhaltenstherapie setzt nicht in der Vergangenheit, sondern im „Hier und Jetzt“ an, indem der Therapeut Patienten zur Selbsthilfe aufruft und zusätzlich motiviert, die Zeit zwischen den Sitzungen in Form von Aufgaben effektiv zu nutzen.
  • Analytische Psychotherapie
    Dieser Ansatz konzentriert sich auf Persönlichkeitsanteile, das Erleben und Verhalten, Denk- und Bewertungsprozesse und auf die zugrunde liegende Persönlichkeitsstruktur. Die analytische Psychotherapie wird vorrangig bei neurotischen Störungen, Persönlichkeitsstörungen, Chronifizierungen einer psychischen Erkrankung und immer wiederkehrenden Mustern angewandt, die es unmöglich oder schwierig machen, das eigene Leben zu bewältigen.
  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
    Zurückliegende Einflüsse aus Kindheit und Jugend, die im Unterbewusstsein gespeichert sind und Auswirkungen auf die Gesundheit haben, werden in der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie erörtert. Um die Erkrankung zu lindern, suchen Patient und Therapeut gemeinsam nach den Ursachen für die Symptome. Die Behandlung wird neben neurotischen Störungen und Persönlichkeitsstörungen vor allem bei psychosomatischen Erkrankungen und schweren Traumata angewendet, um sich bewusst mit den inneren Konflikten des Patienten auseinanderzusetzen.

 

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