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Datum:03.11.2021 - Kategorie:Gesundheit
Lesedauer:ca. 16 Min.

Diagnose Brustkrebs: Ursachen, Risikofaktoren und Therapie

Drüsen-, Fett- und Bindegewebe: Die weibliche Brust ist ein faszinierendes Gebilde aus verschiedenen Gewebeschichten, Nerven und Blutgefäßen. Das macht sie so individuell wie die Frau, zu der sie gehört. Die Brust gilt als Symbol für Weiblichkeit, Liebe und Sinnlichkeit – und kann sich für Frauen zur ernsthaften Belastung entwickeln. Jedes Jahr erkranken rund 70.000 von ihnen in Deutschland an Brustkrebs. Es ist die mit Abstand häufigste Krebserkrankung beim weiblichen Geschlecht. Worin die Ursachen liegen, wie der Krebs entsteht, diagnostiziert und behandelt werden kann, wird in diesem Artikel erklärt.

Wie ist die weibliche Brust aufgebaut?

Bei der Frage nach der Herkunft von Brustkrebs gilt es zunächst, den anatomischen Aufbau der weiblichen Brust zu verstehen. Unter der Haut, unmittelbar unter der Brustwarze, setzt sich die sogenannte Milchdrüse aus 15–20 Drüsenlappen zusammen. Sie können in Größe und Anordnung variieren. Drüsenlappen wachsen in der Pubertät, verleihen der Brust ihre Form und besitzen eine wichtige Funktion: Milchgänge bis zur Brustwarze zu öffnen, um Milch zur Ernährung des Neugeborenen und Säuglings bereitzustellen. Umgeben sind die Drüsenlappen von Fettpolstern sowie Bindegewebe. Gleichzeitig werden sie von zahlreichen Blutgefäßen, Nerven und Lymphgefäßen durchzogen.

Das gesunde Gewebe kann durch den Einfluss von Hormonen allerdings aus dem Takt geraten und reagiert sehr sensibel auf Veränderungen: Östrogene und Gestagene steuern den weiblichen Zyklus und sorgen für die Monatsblutung. Diese Hormone lassen auch das Gewebe zwischen den Drüsenlappen in der Brust anschwellen und später wieder abschwellen. Besonders stark verändert sich der Hormonspiegel während einer Schwangerschaft: Die Brust wird größer, auch weil erst jetzt die letzten Wachstums- und Reifungsschritte der Drüsen angeregt werden. Das Ziel: eine Vergrößerung und Weitung der Milchgänge für den anstehenden Nachwuchs.

Wie wird Brustkrebs erkannt und diagnostiziert?

Diese hormonell bedingten Gewebeveränderungen in der weiblichen Brust bieten Spielraum für Tumore: Geschwülste, Zysten und Wucherungen, die sich der normalen Wachstumskontrolle des Organismus entziehen und über die Grenzen des normalen Gewebes hinaus entstehen. Das können gutartige Tumore sein, die als Mastopathie und damit unbedenkliche Umbauten in der Brust verstanden werden. In seltenen Fällen aber entwickeln sich bösartige Tumore an kritischen Stellen der Drüsenlappen und Milchgänge. Sie werden Mammakarzinome genannt und sind der Ursprung für gefährliche Zellen, die den Krebs einleiten.

Mammakarzinome und damit Brustkrebs zu erkennen, liegt buchstäblich auch in den Händen der Frau: Durch das Ertasten von Verhärtungen und Schwellungen an der eigenen Brust bis zu den Achselhöhlen können erste Unregelmäßigkeiten selbst gefühlt werden. Auch die Brustwarze kann auf eine Erkrankung hinweisen, wenn sie blutiges oder klares Sekret absondert, eingesunken ist oder sich an einer Stelle sichtbar einzieht. Wenn sich die Brüste bei angehobenen Armen unterschiedlich verhalten, kann dies ebenfalls ein Anzeichen für Missstände im Gewebe sein.

Wie oft müssen Frauen die Brust abtasten?

Ärzte raten dazu, die eigene Brust einmal im Monat zu testen. Damit Sie im Alltag immer daran denken, helfen verschiedene Apps auf dem Smartphone. Eine davon ist breastcare von Pink Ribbon Deutschland, die sich seit mehr als zehn Jahren für die Früherkennung von Brustkrebs in Deutschland einsetzen. Die App enthält unter anderem bebilderte Anleitungen, einen eigenen Zykluskalender sowie hilfreiche Links zu öffentlichen Brustkrebs-Einrichtungen. Mehr Informationen finden Sie unter www.breastcare.app

Das Deutsche Krebsforschungszentrum warnt jedoch davor, sich einzig auf den Selbsttest zu verlassen: Mammakarzinome verursachen über lange Zeit keine Beschwerden. Und fühlbare Knoten sowie Schwellungen dienen nicht mehr der Früherkennung, sondern sind schon groß gewachsen und im fortgeschrittenen Stadium. Eine sichere und frühzeitige Diagnose von Mammakarzinomen lässt sich stattdessen nur von einem Frauenarzt erstellen. Er tastet die Brust professionell ab und führt, je nach Alter, ein Mammographie-Screening-Programm durch.

Früherkennung bei Brustkrebs

Bei Krebserkrankungen ist eine frühzeitige Erkennung für eine erhöhte Chance auf Heilung entscheidend. Ab 30 Jahren besteht jährlich ein Anspruch auf eine Brustuntersuchung und eine Anleitung zur Selbstuntersuchung beim Frauenarzt. Je nach Altersgruppe werden von Frauenärzten verschiedene Untersuchungsverfahren angewendet:

  • 30–49 Jahre sowie ab 70 Jahren: Der Frauenarzt tastet die Brustdrüsen sowie die Achselhöhlen ab und kontrolliert die Form und Größe der Brust. Mit sanftem Druck auf die Brustwarzen wird zudem beobachtet, ob Flüssigkeit austritt.
  • 50–69 Jahre: Zusätzlich zur Tastuntersuchung werden Frauen dieser Altersgruppe im Rhythmus von zwei Jahren zu einem Mammographie-Screening eingeladen: Bei diesem bildgebenden Verfahren wird die Brust geröntgt, um mögliche Gefahren im Gewebe rechtzeitig zu erkennen.

Zusätzliche Leistungen der Heimat Krankenkasse

Die Sonographie ab 18 Jahren und die Mammographie der Brust bei unter 50-jährigen Frauen sind zusätzliche Vorsorgeleistungen, die die Heimat Krankenkasse im Rahmen des Gesundheitskontos bezuschusst.

Mit „discovering hands“® bieten wir außerdem eine zusätzliche Tastuntersuchung der Brust an, die von sehbehinderten Frauen durchgeführt wird.

Was sind Risikofaktoren für Brustkrebs?

„Was kann ich tun, um Brustkrebs vorzubeugen?“ Diese Frage stellen sich viele Frauen. Weltweit erkrankt jede Achte irgendwann in ihrem Leben an Mammakarzinomen – verhindern aber kann sie es meist nicht. Medizinisch gibt es bis heute kein präventives Heilmittel, um einer Erkrankung absolut wirksam vorzubeugen. Der Blick richtet sich deshalb auf genetische Veranlagungen, Lebensumstände, kurz: Risikofaktoren, die den Krebs begünstigen können – und denen mit gesunder Lebensweise zum Teil entgegengesteuert werden kann.

Klinische Studien haben ergeben, dass die sogenannten „Brustkrebsgene“ BRCA1 und BRCA2 vererbbar sind und in der Praxis an einem bis fünf Prozent aller bekannten Brustkrebs-Fälle schuld sind. In einer Familie mit bekannten Erkrankungen ist das Risiko deshalb stark erhöht.

Während sich die erbliche Veranlagung nicht ausgesucht werden kann, zeichnet sich beim eigenen Lebensstil ein anderes Bild ab: Speziell nach den Wechseljahren können Bewegungsmangel und Übergewicht den Stoffwechsel im Körper beeinträchtigen und das Wachstum von Tumoren anregen. Auch ein regelmäßiger Konsum von 18 Gramm Alkohol täglich lässt das Risiko, an Krebs zu erkranken, in die Höhe schnellen. Unverhältnismäßig viele Röntgenaufnahmen des Oberkörpers können außerdem Zellen schädigen und Angriffsflächen bieten.

Grundsätzlich aber gilt: Je älter Frau wird, desto größer gestaltet sich auch das Risiko für Krebs. Sich im hohen Alter weiterhin körperlich zu betätigen und auf eine gesunde Ernährung zu achten, kann die Wahrscheinlichkeit von Brustkrebs minimieren.

Wie wird Brustkrebs behandelt?

Es ist offiziell: Ein Arzt hat bestätigt, dass es sich um Brustkrebs handelt. Nun gilt es, Ruhe zu bewahren und sich schnell in Behandlung und Therapie zu geben. Dazu dienen deutschlandweite Brustkrebszentren, die von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Senologie anerkannt sind. Sie erfüllen die umfassenden Anforderungen an eine moderne Therapie von Mammakarzinomen. Zudem informieren sie ausführlich über Therapieverfahren wie etwa Chemotherapie und die weitere Vorgehensweise.

Welche Behandlungsmethoden bei Brustkrebs gibt es?

Eine universale Behandlungsmethode ist bei Mammakarzinomen ausgeschlossen. Viele Faktoren wie das Alter, der Hormonhaushalt, die Ausprägung des Tumors und das Stadium der Erkrankung erfordern eine individuelle Therapie. Diese wird von den behandelnden Ärzten in den Brustkrebszentren geplant. Zu den gängigen, häufig miteinander kombinierten Behandlungen gehören:

  • Operation: Der ursächliche Tumor in der Brust wird in einem operativen Eingriff entfernt, ebenso befallene Lymphknoten und weiteres betroffenes Gewebe. An eine Operation schließt sich oft eine weitere adjuvante Therapie an, um einen Rückfall und das Wiederaufleben von Krebszellen auszuschließen.
  • Strahlentherapie: Mittels hochenergetischer Strahlen wird der Tumor mit seinen Krebszellen an einem spezifischen Punkt der Brust zerstört. Durch gezielte Anwendung wird versucht, umliegendes Gewebe und benachbarte Organe so gut wie möglich zu verschonen.
  • Antihormonelle Therapie: Mithilfe von Medikamenten wird der Hormonhaushalt der Frau beeinflusst und die Bildung spezieller Hormone unterdrückt, die ursächlich für das Wachstum des bösartigen Tumors waren.
  • Chemotherapie: Mehrmals und in bestimmten Abständen erhalten Patienten Medikamente, sogenannte Zytostatika, die verhindern sollen, dass sich der bösartige Tumor aufteilt oder vermehrt. Eine Chemotherapie wird primär bei hohen Rückfallrisiken von Brustkrebs angewendet.
  • Zielgerichtete Therapie: Manchmal bilden die Tumorzellen außerordentlich viele HER2-Eiweiße. Mit gezielten Arzneistoffen werden Antikörper gebildet, die die Produktion eindämmen und den Tumor blockieren sollen.

Wann gilt Brustkrebs als geheilt?

Heute ist Brustkrebs gut behandelbar. Die Sterberate sinkt kontinuierlich. Verfahren wie die Chemotherapie werden stetig verbessert. 87 Prozent aller betroffenen Frauen sind laut Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft fünf Jahre nach einer Diagnose noch am Leben. Zehn Jahre später liegt der Wert bei 82 Prozent.

Entscheidend nach der Diagnose und Therapie ist vor allem die Nachsorge: Wie bei anderen Krebserkrankungen besteht auch bei Mammakarzinomen das potenzielle Risiko, dass sich der Tumor zurückmeldet und sich damit erneut gefährliche Krebszellen bilden. Behandelte Brustkrebs-Patienten werden daher weiterhin regelmäßig auf wiederkehrende Symptome untersucht. Erst wenn langfristig keine Krebszellen mehr nachzuweisen sind, gilt der Patient als geheilt.

Zu einer erfolgreichen Nachsorge gehört auch, die Risikofaktoren von Brustkrebs dauerhaft einzudämmen. Die Brust monatlich abzutasten, sich gesund zu ernähren und Übergewicht, Rauchen sowie Alkohol zu vermeiden – all das zählt zu den Grundpfeilern der eigenen Nachsorge. Es hilft, trotz schockierender Diagnose und anstrengenden Behandlungsverfahren ein gutes Leben ohne Krebs zu führen.

Brustkrebs ist kein Tabuthema. Viele Beratungsstellen, zum Beispiel die Deutsche Krebshilfe, sowie die Heimat Krankenkasse unterstützen bei Krankheitsfällen. Sie klären im persönlichen Gespräch über eine professionelle und sichere Behandlung auf. Auf der Website der Deutschen Krebshilfe www.krebshilfe.de finden sich weitere Informationen zum Thema Krebs, zum Engagement und zur aktuellen Forschung.

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