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Datum:23.06.2020 - Kategorie:Gesundheit
Lesedauer:ca. 7 Min.

Die Suche nach dem Impfstoff

Forscher rund um den Globus fahnden nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Wann aber ist mit einem Durchbruch zu rechnen? Und wie entsteht ein Impfstoff eigentlich? Wir haben Antworten auf die wichtigsten Fragen. 

Wie wirkt ein Impfstoff?

Das Grundprinzip aller Impfstoffe besteht darin, das Immunsystem vorbeugend gegen Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien zu aktivieren. Dafür verabreicht man dem Körper abgetötete oder abgeschwächte Krankheitserreger, die keine ernsthafte Erkrankung verursachen können. „Jede Impfung ist ein Training“, sagt Dr. Siegfried Throm, Geschäftsführer des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa). „Der Körper lernt, einen bestimmten Erreger zu erkennen und zu bekämpfen – und ist dann bei einer tatsächlichen Infektion bereits gewarnt und kann gezielte Abwehrwaffen sofort einsetzen.“ 

Wie läuft die Entwicklung ab?

Die Entwicklung eines Impfstoffes unterliegt einem streng kontrollierten Prozess, der in sechs Etappen abläuft. Bis es von der Analyse des Erregers zur Massenproduktion kommen kann, muss der Impfstoff erst „designt“ und dann an Tieren und zu guter Letzt mit Freiwilligen klinisch erprobt werden. Verlaufen diese ersten Tests erfolgreich, wird der Impfstoff im nächsten Schritt auch mit älteren Menschen erprobt. Erst wenn sich der Impfstoff als wirksam und verträglich erweist, bekommt er die Zulassung.

Wann kommt ein Impfstoff gegen Corona?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO listet – Stand 27. Mai 2020 – 125 Impfstoffprojekte weltweit auf. Etwa ein Dutzend der Projekte befindet sich bereits in Etappe 4: der Erprobung mit Freiwilligen. „Diese wird nun einige Monate in Anspruch nehmen“, sagt Dr. Throm. Sobald ein Impfstoff die Zulassung bekomme, könnte ein Unternehmen ihn ausliefern – vorausgesetzt, es hat schon während der Erprobung mit der Produktion begonnen. 

Es sieht danach aus, dass wir im Jahr 2021 Impfstoffe bekommen werden – garantieren aber kann das derzeit niemand.

Warum dauert die Entwicklung so lange?

Auch, wenn es einem lange vorkommen mag – wir erleben derzeit die schnellste Impfstoffentwicklung aller Zeiten. Obwohl man das neuartige SARS-CoV-2 erst im Dezember 2019 in China entdeckte, ist es bereits kurz danach identifiziert und entschlüsselt worden. „Bis vor ein paar Jahren wäre die Entwicklung eines Impfstoffes gegen einen neuen Erreger in unter fünf Jahren nicht möglich gewesen“, sagt Dr. Throm. 

Inwiefern unterscheidet sich die Impfstoffentwicklung für Covid-19 von der für „normale“ Impfstoffe?

Normalerweise beendet ein Unternehmen oder Institut einen Entwicklungsschritt, wertet die Ergebnisse aus und beantragt dann den nächsten Schritt bei den Behörden – bei Covid-19 aber ist das anders: Nun bespricht man schon während einer laufenden Etappe das weitere Vorgehen mit den Behörden. „Das spart enorm Zeit, verlangt allen Beteiligten aber viel Extraaufwand ab“, erklärt der vfa-Geschäftsführer. Außerdem beginnen schon mehrere Unternehmen mit der Großproduktion ihrer Impfstoffe, obwohl diese noch erprobt werden. „Sie riskieren lieber, den produzierten Impfstoff bei schlechten Testergebnissen entsorgen zu müssen, als im Falle von guten Testergebnissen nicht lieferfähig zu sein.“

Welche unterschiedlichen Impfstoffarten werden gegen Corona getestet? 

Totimpfstoffe, Lebendimpfstoffe und genbasierte Impfstoffe. Totimpfstoffe enthalten nur ein bis zwei Proteine des Virus. „Diese erkennt das körpereigene Abwehrsystem nach der Impfung als fremd an und kann dann hoffentlich auch echte Erreger abfangen“, sagt Dr. Throm. Lebendimpfstoffe enthalten geringe Mengen harmloser Krankheitserreger, die nicht krank machen, aber sozusagen als Coronavirus verkleidet daherkommen. Genbasierte Impfstoffe wirken ähnlich wie Totimpfstoffe, sie verfügen aber über keine Proteine, sondern nur einzelne Gene, die den Körper anregen, die Proteine selber herzustellen. Welche Impfstoffart uns besser schützt, welche besser verträglich ist und sich schneller in großen Mengen herstellen und handhaben lässt, zeigen die nächsten Monate. 

Wie garantiert man – trotz erleichterter Zulassung – einen sicheren und wirksamen Impfstoff?

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat klargemacht, dass sie Zulassungsanträge zwar sehr schnell bearbeitet, aber keine Abstriche bei den Anforderungen macht. Nur Impfstoffe, die sich in der Erprobung mit vielen Freiwilligen als wirksam und sicher erweisen, bekommen demnach die Chance auf eine Zulassung.

Die Etappen der Impfstoffentwicklung

  1. Analyse des Virus: Welche Bestandteile des Virus rufen Immunreaktionen hervor?
  2. Design des Impfstoffes: Welche Bestandteile des Virus und welche Zusatzstoffe sollen enthalten sein?
  3. Erprobung mit Tieren: Wie wirksam und verträglich ist der Impfstoff?
  4. Erprobung mit Freiwilligen: Erweist sich der Impfstoff auch beim Menschen als sicher?
  5. Massenproduktion: Kann der Impfstoff in großen Mengen für die ganze Bevölkerung hergestellt werden?
  6. Zulassungsverfahren: Erfüllt der Impfstoff alle Anforderungen und kann er für den Markt zugelassen werden?
Dr. Siegfried Throm

Dr. Siegfried Throm, Geschäftsführer der Abteilung Forschung, Entwicklung und Innovation des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (vfa)

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