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Datum:04.01.2021 - Kategorie:Gesundheit
Lesedauer:ca. 9 Min.

Hämorrhoiden: Symptome, Ursachen und Behandlung

Sie brennen. Sie jucken. Sie fühlen sich wie Fremdkörper an und verursachen mitunter starke Schmerzen: Hämorrhoiden sind vielen Menschen peinlich – und das, obwohl durchschnittlich jeder zweite Erwachsene im Laufe seines Lebens Bekanntschaft mit ihnen macht. Proktologe PD Dr. Dietmar Jacob erklärt, was man gegen die lästigen Beschwerden machen kann

Herr Dr. Jacob, was steckt eigentlich hinter dem Begriff „Hämorrhoiden“?

Hämorrhoiden sind ein Teil unseres Körpers und gehören zum Enddarm wie die Finger zur Hand. Sie sind keine Krankheit, wie die meisten Menschen denken. Anatomisch gesehen sind Hämorrhoiden blutgefüllte Schwellkörper direkt unter der Schleimhaut des unteren Enddarms.

Diese Schwellkörper am After besitzt also jeder. Welchen Zweck erfüllen sie?

Hauptaufgabe dieser Schwellkörper ist es, den schleimbildenden Enddarm (auch Mastdarm genannt) gegenüber dem trockenen Analkanal abzudichten. Sie können durch Bluteinströmung an- und wieder abschwellen. Diese Feinschlussfunktion der Hämorrhoiden macht etwa 15 Prozent unseres Verschlussmechanismus aus – und ist daher sehr nützlich für unsere Kontinenz.

Trotzdem klagen Millionen von Menschen über Beschwerden an ihren Hämorrhoiden. Wie kommt es dazu?

Wenn sich das Bindegewebe überdehnt, können sich die vergrößerten Hämorrhoiden aus ihrer Verankerung an der Enddarmwand lösen und in den Analkanal vorstülpen. Es können auch Probleme bei der Entleerung auftreten – sowie die klassischen Beschwerden wie Brennen, Nässen, Jucken und Blutungen. In solchen Fällen sprechen wir von Hämorrhoidalleiden als Krankheitsbild. Am häufigsten betroffen sind Männer und Frauen im Alter zwischen 45 und 65 Jahren.


Vier Stadien von Hämorrhoidalleiden

Das Hämorrhoidalleiden wird je nach Größe der Gefäßknoten in vier Grade eingeteilt, wobei die Angaben des Patienten für eine korrekte Einteilung wichtig sind.

  • Grad 1: Die Hämorrhoiden sind von außen nicht zu sehen oder zu tasten. Zur Diagnose wird ein kleines Gerät in den After eingeführt (Proktoskop).
  • Grad 2: Beim Pressen können die Hämorrhoiden kurzzeitig aus dem Analkanal hervortreten, ziehen sich jedoch wieder zurück. Der Patient kann sie fühlen und tasten.
  • Grad 3: Die Hämorrhoiden treten beim Pressen aus dem After aus und müssen mit dem Finger zurückgeschoben werden.
  • Grad 4: Die Hämorrhoiden treten dauerhaft aus dem Analkanal hervor und können nicht mehr zurückgeschoben werden.

Warum jucken und brennen Hämorrhoiden?

Die Hämorrhoiden dichten den Analkanal gegen Sekrete der Schleimhaut aus dem Enddarm ab und sind damit für die sogenannte Feinkontinenz zuständig. Nehmen Hämorrhoiden an Größe zu, ist dieser Verschlussmechanismus beeinträchtigt und es dringt Sekret nach außen an die Haut. Nässen und Brennen sind die Folge. Die Haut wird gereizt, weshalb ein starker Juckreiz entsteht.

Müssen sich Betroffene auch Sorgen um Stuhlinkontinenz machen?

In der Regel nicht. Die Funktion des Schließmuskels ist dadurch nicht beeinträchtigt. Wenn Hämorrhoiden allerdings deutlich vergrößert sind und außerhalb des Schließmuskels treten, kann es zu einem verstärkten Stuhlschmieren kommen.

Was sind die Ursachen für Hämorrhoiden?

Auch wenn viele Patienten annehmen, dass Sie ein Hämorrhoidalleiden haben, das von den Eltern vererbt wurde: wissenschaftlich zu belegen ist es nicht. Bisher konnte auch kein Zusammenhang mit dem Geschlecht, Familienstand, Bildungsgrad, mit Schwangerschaften oder der Art der Entbindung festgestellt werden. Es gibt aber vererbbare Erkrankungen, die mit einer Bindegewebsschwäche einhergehen


Risikofaktoren für Hämorrhoiden

  • akute oder chronische Verstopfung
  • körperliche Anstrengung oder Krafttraining
  • erhöhter Alkoholkonsum und scharfe Ernährung
  • Bewegungsarmut
  • ballaststoffarme Ernährung
  • Übergewicht
  • Durchfall

Wie werden Hämorrhoiden diagnostiziert? Wann sollte man zum Arzt?

Da es sich bei Hämorrhoiden um eine gutartige Erkrankung handelt, müssen sie im Anfangsstadium nicht zwingend behandelt werden. Allerdings nehmen die Beschwerden in der Regel zu und der Juckreiz und die Blutungen sind für viele Patienten besonders lästig.

Ohne eine Behandlung oder die Veränderung eigener Verhaltensweisen werden die Hämorrhoiden immer größer. Ratsam ist daher ein Besuch beim Proktologen. Neben einem ausführlichen Gespräch untersucht er den After- und Enddarmbereich und kann eine Diagnose stellen.

Hämorrhoiden gelten immer noch als Tabuthema. Viele scheuen sich davor, zum Arzt zu gehen. Woran liegt das?

Es ist ein sehr intimer Bereich und viele Patienten fühlen sich schuldig. Leider werden dadurch schwerwiegende Befunde nicht behandelt, der Grad nimmt zu – und es kann letztendlich nur noch eine Operation helfen.

Diagnostik und Therapie sind nicht schmerzhaft und dauern nur wenige Minuten.

Welche Therapie wird der Arzt empfehlen?

Wenn es nicht ausreicht, dass der Patient seine Verhaltensweisen ändert, wird die Hilfe eines Proktologen benötigt: Hämorrhoiden 1. und 2. Grades können ohne Operation mit einer Gummibandligatur oder Sklerosierungstherapie (Verödung) behandelt werden.

Wichtig ist, sich danach ballaststoffreich zu ernähren und viel zu trinken, damit die Beschwerden nicht wieder auftreten. Bei Hämorrhoiden 3. und 4. Grades – das betrifft rund 10 Prozent aller Patienten mit Hämorrhoidalleiden – besteht die Notwendigkeit einer Operation.

Wie kann man Hämorrhoidaleiden vorbeugen?

Eine gute Basis ist ein geregelter Stuhlgang, den man mithilfe einer ballaststoffreichen Ernährung (z. B. mit Obst, Gemüse, Kleie und Leinen) erreicht. Eine ausreichende Trinkmenge mit zwei Litern Tee oder Wasser am Tag lassen die Ballaststoffe quellen, was den Stuhl weicher macht.

Es ist außerdem wichtig, sich regelmäßig mit Ausdauersport zu bewegen, damit der Darm nicht zu träge wird. Die Toilettensitzungen sollten nicht länger als drei bis fünf Minuten dauern, währenddessen sollte zudem nicht stark gepresst werden.

Die abschließende Hygiene besteht im besten Fall nur aus klarem Wasser und weichem Toilettenpapier, um die Haut am After nicht auszutrocknen und zu reizen. Bei starkem Juckreiz hilft es, den Bereich mit einer fetthaltigen Creme aus der Apotheke einzucremen.

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