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Datum:12.05.2019 - Kategorie:Gesundheit
Lesedauer:ca. 8 Min.

Heuschnupfen: Das große Kribbeln

Circa 20 Prozent der Deutschen leiden unter Heuschnupfen, Tendenz steigend. Warum Pollen immer aggressiver werden und was Ernährung, Umweltverschmutzung und Klimawandel damit zu tun haben.

Es kribbelt in der Nase, ein Niesreiz entsteht, die Augen tränen. Hinzu kommen Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Wer von Heuschnupfen geplagt ist, kann sich über das Blühen der Bäume, Sträucher, Gräser und Blumen da draußen weit weniger freuen als seine Mitmenschen. Doch welcher Großstädter nun denkt, er sei vor der »Polleninvasion« sicher, irrt. Beton schützt vor Heuschnupfen nicht, im Gegenteil: Immer mehr Menschen in der Stadt sind betroffen, in Hamburg z.B. ist es schon jeder Vierte.

Gefahr durch Feinstaub

Allergologen warnen davor, dass die Anzahl der Pollen steigt, darunter seien auch viele neue Arten, und vor allem werden die Pollen aggressiver. Die Ursachen für die wachsende Zahl der Pollenallergiker sehen Experten in der globalen Erwärmung und der zunehmenden Schadstoffbelastung der Luft. Aber auch eine falsche Ernährungsweise steht im Verdacht.

»Allergiker atmen heute viel mehr Pollen ein als früher«, sagt der Hamburger HNO-Arzt und Allergologe Dr. med. Klaus Domdey. »Die Blühsaison dauert in Europa fast zwei Wochen länger und verläuft deutlich intensiver als vor 30 Jahren.« Dass Luftschadstoffe dafür sorgen, dass Pollen heute aggressiver sind, zeigte unter anderem eine Studie der Wissenschaftler des Zentrums Allergie und Umwelt (ZAUM). Bei dieser wurden Pollen von Birken, die an einer viel befahrenen Straße stehen, mit denen von Birken auf einer Wiese verglichen. Die Pollen der Bäume am Straßenrand setzten dreimal so viele Allergene frei als die der anderen.

Vor allem Feinstaubpartikel, die z.B. durch Autoabgase entstehen, führen in Kombination mit Pollen zu einer chemischen Reaktion, die zusätzlich zu den Allergenen auch Reizstoffe aus den Pollen austreten lässt. Diese Reizstoffe können Entzündungsreaktionen in Rachen und Nase auslösen, auch bei Nicht-Allergikern. Wenn in den Städten oder an Straßen Pollen und Feinstaubpartikel gleichzeitig eingeatmet werden, sorgt das bei Menschen mit Heuschnupfen für eine Verstärkung ihrer Symptome. Als besonders heikel gelten hierbei z.B. Bestandteile aus Dieselruß.

Potente Pollen

Auch Ozon spielt eine zentrale Rolle bei der Zunahme von aggressiven Pollen: Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums und der Technischen Universität München führten Allergietests bei Heuschnupfen-Probanden durch, einmal mit Pollen aus Gebieten mit hoher Ozonbelastung und mit Pollen aus anderen Standortbedingungen. Die Pollen, die hohen Ozonwerten ausgesetzt waren, lösten stärkere Reaktionen auf der Haut aus, sie waren potenter. Experten befürchten, dass mittelfristig fast die Hälfte der Bevölkerung unter Allergien leiden könnte.

Vorbeugende Maßnahmen

Kinder von Allergikern haben ein wesentlich höheres Risiko, an Heuschnupfen zu erkranken, da die Veranlagung über die Gene weitergegeben wird. Es gibt jedoch einiges, das man tun kann, um einer Erkrankung vorzubeugen: Eltern können die Allergieanfälligkeit ihrer Kinder mindern, indem sie nicht rauchen und das Kind nicht zu sehr vor Keimen abschirmen. Mütter sollten ihre Kinder mindestens ein Jahr lang stillen, rät Domdey. »Verschiedene Studien zeigten, dass sich Muttermilch besonders günstig auf den Aufbau des Immunsystems und die Besiedlung der Darmflora des Kindes auswirkt.« Eine gesunde Darmflora ist auch für Erwachsene wichtig, durch einen hohen Konsum von Fleisch, Fett und Zucker wird die Vielfalt der Bakterien im Magen-Darm-Trakt gesenkt. »Einige Medizinern vermuten, dass neben erhöhter Stressbelastung auch erhöhter Kaffee- und Alkoholgenuss sowie zucker- und kohlenhydratreiche Ernährung die Nebennieren langfristig schwächen könnte«, so Domdey. Dies würde die Cortisolausschüttung vermindern mit der Folge erhöhter Allergiebereitschaft.

Tipps für Betroffene

  1. Kleidung, die man tagsüber getragen hat nicht mit ins Schlafzimmer nehmen, da sie mit Pollen behaftet sein kann.
  2. Richtig lüften: Normalerweise gilt die Regel, dass man regelmäßig lüften soll, für Heuschnupfen-Geplagte gilt das nicht. Wer in der Stadt wohnt, sollte möglichst früh morgens lüften, wenn noch nicht so viel Feinstaub in der Luft liegt. Auf dem Land eignet sich der Abend ab 19 Uhr am besten.
  3. Vor dem Schlafengehen Haare waschen, das verringert die Chance, dass Pollen, die sich tagsüber in den Haaren festgesetzt haben, auf dem Kopfkissen landen und so Augen und Nase reizen.
  4. Auf und davon: Machen Sie zu Pollenhochzeiten Urlaub am Meer oder in den Bergen, denn hier ist die Luft wesentlich unbelasteter.
  5. Eine abendliche Nasendusche mit einer Meersalzlösung ist ggf. ratsam, so werden die Pollen ausgespült, bevor sie Ärger machen können.

Medikamente

Heuschnupfen sollte unbedingt behandelt werden, da sonst die Gefahr besteht, dass die Krankheit von den oberen in die unteren Atemwege wandert und Asthma entsteht. Mediziner sprechen hier von einem sogenannten Etagenwechsel.

Bei der Behandlung können Antihistaminika, Mastzellstabilisatoren, eine Hyposensibilisierung oder Kortison (z.B. in Form von Nasensprays) zum Einsatz kommen. Neue Studien zeigten außerdem, dass Akupunktur eine lindernde Wirkung bei Allergien hat. Eine Behandlung sollte immer nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

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