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Datum:07.10.2019 - Kategorie:Familie
Lesedauer:ca. 15 Min.

Verhütung: Auf Nummer Sicher

Die Art der Empfängnisverhütung ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Gerade nach dem ersten Kind oder bei abgeschlossener Familienplanung steht das Thema oft auf dem Prüfstand. Mittlerweile gibt es unzählige Möglichkeiten. Doch wo liegen die Vor- und Nachteile und welche Methode eignet sich am besten für wen?

Als 1961 die erste Antibabypille auf den deutschen Markt kam, löste sie eine kleine Revolution aus. Frauen konnten plötzlich selbst entscheiden, ob und wann sie schwanger werden wollten. Heute ist Empfängnisverhütung völlig normal und es gibt mehr als ein Dutzend unterschiedlicher Methoden, die – bis auf das Kondom – ausschließlich für Frauen angeboten werden. Fest steht: Keine Methode ist 100-prozentig sicher und gerade die hormonellen Varianten haben ihre Tücken. Vor allem die Pille ist in den letzten Jahren wegen seltener, jedoch schwerer Nebenwirkungen wie Thrombosen oder Lungenembolien immer wieder in Verruf geraten. Dennoch ist sie nach wie vor das Langzeitverhütungsmittel Nummer eins.

Entscheidenden Einfluss auf die Wahl der Methode hat die Zuverlässigkeit. Über diese gibt der sogenannte Pearl-Index Auskunft. Hierbei handelt es sich um einen statistischen Wert, der die Zahl der (ungewollten) Schwangerschaften nennt, die eintreten, wenn 100 Frauen ein Jahr lang ein bestimmtes Verhütungsmittel anwenden. Je niedriger der Wert, umso sicherer die Methode. 


Nur Kondome schützen vor Geschlechtskrankheiten

Aber auch das Alter und die persönliche Lebenssituation einer Frau oder eines Paares spielen eine große Rolle. »Für junge Mädchen ist sicherlich die Pille die sicherste Methode. Allerdings sollte man sich sehr genau über die Nebenwirkungen informieren«, weiß Prof. Bettina Toth, Direktorin der Universitätsklinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin Innsbruck und Expertin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. »Eine gute Alternative können ein Vaginalring oder ein Verhütungspflaster sein. Vor Infektionen schützt natürlich nur ein Kondom.«

Verhütung ist leider immer noch reine Frauensache

Nach der Geburt des ersten Kindes  oder bei abgeschlossener Familienplanung kommt das Thema »Verhütung« oft auf den Prüfstand. »Aufgrund des Thromboserisikos entscheiden sich viele Frauen dann für eine nicht hormonelle Verhütung«, so Toth. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen Rauchen, Übergewicht, zu wenig Bewegung, aber auch altersunabhängige Faktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes mellitus. In diesem Fall eignet sich dann zum Beispiel die Kupferspirale. Natürliche Verhütungsmethoden wie ein Zykluscomputer oder die Temperaturmethode kommen auch in Betracht, sind aber keine sicheren Verhütungsmittel. Sie setzen einen stabilen Zyklus und eine gute Kenntnis des eigenen Körpers voraus. 

»Bei abgeschlossener Familienplanung können Paare natürlich auch über eine Sterilisation nachdenken«, erklärt Toth. Während der Stillzeit gibt es übrigens auch einiges zu beachten. Zwar hemmt das Hormon Prolaktin die Aktivität der Eierstöcke, jedoch bietet es keinen 100-prozentigen Schutz. Frauen sollten in dieser Zeit trotzdem eine Methode wählen, die weder der Milchproduktion noch ihrem Baby schadet, wenn sie eine weitere Schwangerschaft ausschließen möchten.

Wie lange Frauen verhüten müssen, ist schwer zu sagen. In den Wechseljahren, die in der Regel mit Ende 40 anfangen, ist der Zyklus einer Frau sehr schwankend, bis er letztendlich ganz ausbleibt. »Zwar ist eine Schwangerschaft bei Frauen über 45 Jahren sehr selten, allerdings nicht unmöglich«, so Toth. »Ich empfehle, etwa bis zu einem Alter von 52 Jahren die Verhütung fortzuführen.« In jeder Lebensphase sollten sich Frauen aber immer ausführlich von ihrem Gynäkologen beraten lassen.

Pille, Spirale & Co.: Verhütungsmethoden im Vergleich

Pille

So funktioniert’s: Die Tablette enthält die Hormone Östrogen und Gestagen und verhindert so den Eisprung. Sie muss 21 Tage im Monat eingenommen werden.

Pearl-Index*: 0,1–0,9    

Vorteile/Nachteile: Die Pille gilt als sicherstes Verhütungsmittel. Sie ist einfach einzunehmen und hilft auch gegen Regelschmerzen und Akne. Man darf die Einnahme aber nicht vergessen. Hormonelle Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen sind möglich. Erhöhtes Thromboserisiko.           

Kosten: Ca. zwischen 4 und 22 Euro pro Monat.**        

Für wen geeignet? Für alle Frauen (nach Ausschluss von Risikofaktoren wie zum Beispiel Thrombose oder Schlaganfall). Nicht geeignet für stillende Mütter.

Mini-Pille

So funktioniert’s: Sie enthält nur das Hormon Gestagen und unterdrückt den Eisprung. Sie wird 28 Tage durchgängig eingenommen. Pearl-Index*: 0,5–3       

Vorteile/Nachteile: Hat weniger Nebenwirkungen als die normale Pille, da geringere Hormondosis. Zwischenblutungen und Zyklusunregelmäßigkeiten sind möglich. Sie muss jeden Tag zuverlässig möglichst zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden. 

Kosten: Ca. zwischen 8,50 und 18 Euro pro Monat.**    

Für wen geeignet? Für Frauen, die keine Östrogene vertragen oder nehmen dürfen. Auch für stillende Mütter geeignet.

Diaphragma    

So funktioniert’s: Eine Silikonkappe bedeckt den Muttermund komplett und verhindert so das Eindringen von Spermien. Es wird mit Gel kombiniert, das die Spermien unbeweglich macht. Pearl-Index*: 1–20    

Vorteile/Nachteile: Enthält keine Hormone. Das Diaphragma muss bei einem Arzt oder in einer Beratungsstelle sorgfältig angepasst werden. Das Einsetzen kurz vor dem Geschlechtsverkehr erfordert anfangs einige Übung. 

Kosten: Ca. 38 Euro plus 10 Euro für das Gel.**

Für wen geeignet? Für Frauen, die nicht hormonell verhüten möchten. Bei Stillenden sollte der Beckenboden gut zurückgebildet sein.

Hormonspirale

So funktioniert’s: Die T-förmige Kunststoffspirale wird vor die Gebärmutter gelegt. Sie enthält Gestagen und verhindert das Aufsteigen der Spermien und das Einnisten des Embryos. Pearl-Index*: 0,16          

Vorteile/Nachteile: Sehr zuverlässig. Wirkt bis zu fünf Jahre. Die Monatsblutung kann ausbleiben. Muss durch einen Frauenarzt eingesetzt werden. Kann etwas schmerzhaft sein. Schmerzmittel/örtliche Betäubung möglich.          

Kosten: Ca. 300 bis 400 Euro inklusive Einsetzen.**      

Für wen geeignet? Eher für Frauen, die schon ein Kind geboren haben und zuverlässig verhüten möchten. Für Stillende mit starken Regelschmerzen.

Kupferspirale  

So funktioniert’s: Enthält zusätzlichen Kupferdraht, der die Beweglichkeit der Spermien und den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut hemmt. Pearl-Index*: 0,3–0,8 

Vorteile/Nachteile: Langer Verhütungsschutz ohne Hormone. Kann Monatsblutung und Regelschmerzen verstärken. Muss durch Frauenarzt eingesetzt werden. Kann etwas schmerzhaft sein. Schmerzmittel/örtliche Betäubung möglich.   

Kosten: Ca. 120 bis 300 Euro inklusive Einsetzen.**      

Für wen geeignet? Eher für Frauen, die schon ein Kind geboren haben und zuverlässig verhüten möchten. Auch für Stillende.

Hormonimplantat        

So funktioniert’s: Ein Kunststoffstäbchen, das in den Oberarm implantiert wird. Das enthaltene Hormon (Gestagen) verhindert den Eisprung.

Hält etwa drei Jahre. Pearl-Index*: 0–0,08        

Vorteile/Nachteile: Sehr zuverlässig. Wird mit ambulantem Eingriff und örtlicher Narkose unter die Haut gesetzt. Beim Entfernen ist oft ein größerer Schnitt nötig. Nebenwirkungen wie Akne, Kopfschmerzen, Spannungsgefühl in der Brust, Gewichtszunahme und erhöhtes Thromboserisiko möglich.       

Kosten: Ca. 300 bis 400 Euro für Einsetzen und Entfernen.**     

Für wen geeignet? Für Frauen, die langfristig verhüten möchten und/oder die keine Östrogene vertragen oder nehmen dürfen.

Dreimonatsspritze      

So funktioniert’s: Die Spritze enthält ein Gestagen. Es verhindert den Eisprung und den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Wird in Gesäß- oder Oberarmmuskel gespritzt und muss alle drei Monate wiederholt werden.

Pearl-Index*: 0,3–0,88  

Vorteile/Nachteile: Ist sehr zuverlässig, hat aber sehr viele Nebenwirkungen aufgrund der hohen Hormondosis. Sollte nicht länger als zwei Jahre angewendet werden, da es zu einer Verminderung der Knochendichte kommen kann. Es kann bis zu einem Jahr nach Absetzen dauern, bis sich die Fruchtbarkeit wieder einstellt.         

Kosten: Ca. 50 Euro pro Spritze inklusive spritzen.**     

Für wen geeignet? Wird nur für Frauen empfohlen, die keine der anderen Verhütungsmethoden vertragen.

Hormonpflaster/Vaginalring   

So funktioniert’s: Östrogen und Gestagen verhindern den Eisprung. Beim Pflaster werden die Hormone über die Haut abgegeben, beim Ring, der wie ein Tampon in die Scheide eingeführt wird, über die Scheidenschleimhaut. Das Pflaster muss einmal pro Woche neu aufgeklebt, der Ring einmal im Monat neu eingesetzt werden. Pearl-Index*: 0,72–0,9/0,4–0,65     

Vorteile/Nachteile: Beide Methoden sind recht zuverlässig und leicht in der Anwendung. Das Pflaster kann sich jedoch ablösen. Der Ring kann beim Geschlechtsverkehr zu spüren sein. Nebenwirkungen durch die Hormone sind möglich. Bei übergewichtigen Frauen kann die Hormondosis des Pflasters nicht ausreichen.       

Kosten: Ca. 20 bis 24 Euro pro Monat.**           

Für wen geeignet? Für alle Frauen (nach Ausschluss von Risikofaktoren wie zum Beispiel Thrombose oder Schlaganfall). Nicht geeignet für stillende Mütter.


* Pearl-Index: Hierbei handelt es sich um einen statistischen Wert, der die Zahl der (ungewollten) Schwangerschaften nennt, die eintreten, wenn 100 Frauen ein Jahr lang ein bestimmtes Verhütungsmittel anwenden.

** Bei den Kosten handelt es sich um ca.-Angaben. Die Preise können schwanken.

 

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