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Datum:03.03.2020 - Kategorie:Gesundheit
Lesedauer:ca. 10 Min.

Warum Füße die Form verlieren

„Rucke di guh, rucke di guh, Blut ist im Schuh!“ Nein, so dramatisch wie bei Aschenputtel geht es eher selten zu, aber Fußfehlstellungen wie Spreiz-, Platt-, Senk-, Knick- und Hohlfüße können ganz schön wehtun. „Die meisten Menschen wissen gar nichts von ihren Fußfehlstellungen und kommen erst zu uns, wenn sie unter starken Beschwerden leiden“, sagt Dr. Willibald Walter, Facharzt für Orthopädie im Marianowicz Zentrum in München. Wie der Experte erklärt, unterscheidet man zwischen angeborenen und erworbenen Fußfehlstellungen. In die erste Kategorie fallen unter anderem der Klump- und der Sichelfuß, die in westlichen Industrieländern nur noch sehr selten auftreten und schon im Säuglingsalter behandelt werden können.

82 Prozent der Bevölkerung tragen Schuhe, die nicht ihren Maßen entsprechen.

Weitaus häufiger treten Deformationen auf, die wir uns im Laufe des Lebens antrainieren. Die Weichen dafür werden schon in der Kindheit gestellt:„Die Füße der Kinder werden direkt in Schuhe gezwängt – und zwar häufig in Modelle, die nicht richtig passen, weil sie zu eng sind oder eine zu harte Sohle haben,“ erläutert der Experte.

In der Folge ist der Fuß eingesperrt wie im Gefängnis und die Muskulatur verlernt zu arbeiten. Laut dem „Deutschen Fußreport“ kaufen und tragen 82 Prozent der Bevölkerung Schuhe in einer Größe, die nicht ihren Maßen entsprechen. So wählen zwar nur 20 Prozent der Frauen und zwölf Prozent der Männer zu kleine Modelle. Aber auch ein zu weiter Schuh bekommt den Füßen nicht gut, weil sie darin keinen Halt finden und in den zum Abrollen gedachten Leerraum rutschen.

Vom Fuß bis zum Kopf

Verformte Füße sehen nicht nur unschön aus, sondern können Probleme am gesamten Bewegungsapparat hervorrufen. „Fußfehlstellungen können entlang der Gliederkette zunächst an Sprunggelenk und Knie weitergeleitet werden, dann über das Becken zu den Hüftgelenken und letztlich bis in die Wirbelsäule und sogar in den Nacken“, erklärt Dr. Willibald Walter.

Die körperlichen Beschwerden sind dabei je nach Belastung und Beanspruchung der Füße ganz unterschiedlich. Im Falle des Knickfußes zum Beispiel nimmt zunächst das Längsgewölbe ab und es kommt zu einer X-Stellung des Kniegelenks, die bis in die Lendenwirbelsäule weitergeleitet wird. Weil die wenigsten ihre Füße als Schmerzursache vermuten, werden dann oft die falschen Schritte – und falschen Behandlungen – ergriffen. Grundsätzlich gilt: Kommt es zu Beschwerden wie überlasteten Bändern und überreizten Sehnen, sollte man am besten gleich einen Facharzt aufsuchen. Mögliche Fußfehlstellungen werden dabei in der Regel sofort erkannt.

Kleine Hilfen, große Wirkung

Die gute Nachricht: Mit Spreiz-, Senkfuß und Co. muss sich heute niemand abfinden. Abgestimmt aufs individuelle Problem gibt es verschiedene erfolgversprechende Therapieansätze, Operationen sind nur in sehr seltenen Fällen nötig. Um maßgefertigte Schuheinlagen herzustellen, nutzen Orthopäden wie Dr. Willibald Walter moderne 4D-Verfahren, um Fußfehlstellungen mit ihrer Eigendynamik und einem dreidimensionalen Abdruck der Fußsohle optimal zu erfassen. Dafür müssen die Patienten nur einen kleinen Schritt auf einem digitalen Scanner machen und schon wird ihr Fuß abgemessen und der Fußdruck bestimmt. Besondere Belastungspunkte im Bewegungsablauf gelangen also sofort ans Tageslicht.

„Anhand dieser Daten können wir individuelle Einlagen für alle Schuhe anfertigen – egal ob für Beruf, Sport oder Alltag“, erzählt Dr. Willibald Walter. Bei leichten Fußfehlstellungen reichen herkömmliche orthopädische Schuheinlagen aus, die das Fußskelett entlasten und stützen. Sollten die Fußdeformitäten bereits stark ausgeprägt sein, raten Fachleute zu sensomotorischen Einlagen: Diese unterstützen aktiv das Gewölbe und helfen dem Fuß, besser abzufedern. So werden die Muskeln und Sehnen stimuliert und Bewegungen harmonisiert. Damit die speziellen Einlagen ihre volle Wirkung entfalten können, sollten sie regelmäßig getragen werden. Unter Umständen lässt sich das Gangbild dadurch sogar dauerhaft korrigieren.

27 Gelenke, 32 Muskeln und Sehnen, 107 Bänder: Füße sind Meisterwerke der Evolution und tragen uns viermal im Laufe unseres Lebens um die Welt. Umso wichtiger ist es, auf ihre Gesundheit zu achten – für einen ganz und gar starken Auftritt!

Tipps für gesunde Füße

Barfuß laufen

Schuhe aus! Was kleine Kinder so gerne machen, tun Erwachsene selten: Barfuß laufen ist so gesund, weil es die Fußmuskeln und Sohlen aktiviert und stimuliert. Wer früh damit anfängt, hat später ein geringeres Risiko für Fehlstellungen.

Passende Schuhe

Sie tragen gerne High Heels oder anderes unbequemes Schuhwerk? Vielleicht überlegen Sie, solche Paare nur noch zu besonderen Anlässen aus dem Schrank zu holen, um Fußfehlstellungen vorzubeugen. Ideal sind leichte Schuhe mit flexibler Sohle zum dynamischen Abrollen. Wichtig ist auch ein ausreichender Abstand zwischen Schuh und Zehen.

Fußgymnastik

Schon kleine Übungen sorgen für gesunde Füße und eine gute Haltung. Um die Muskeln zu trainieren, können Sie beispielsweise Ihre Fersen anheben, sich auf die Zehenspitzen stellen und die Position halten. Wer speziell das Quergewölbe stärken möchte, kann die Zehen zehnmal spreizen und sie anschließend wieder einrollen.

Welche Fußfehlstellungen gibt es

Die meisten Menschen haben leicht verformte Füße. Weil der menschliche Gang sehr komplex und individuell ist, kann es dabei zu vielen verschiedenen Fußproblemen kommen. Erfahren Sie mehr zu den häufigsten erworbenen Fußfehlstellungen.

Senkfuß

Bei einem Senkfuß ist das natürliche Längsgewölbe des Fußes an der Innenseite abgesenkt und die Wölbung nähert sich dem Boden an. In der Regel entwickelt sich diese Fußfehlstellung, wenn die Muskulatur rund um das Fußskelett zu schwach ist und die gewölbte Form nicht stützen und halten kann.

Knickfuß

Starkes Übergewicht oder Rheumaerkrankungen können die Ursachen sein. Vor allem aber entsteht ein Knickfuß, wenn die Bänder zu schwach sind und sie die Ferse nicht mehr aufrecht halten können. Der innere Fußrand senkt sich, der äußere hebt sich und der Knöchel knickt bei Belastung nach innen.

Spreizfuß

Bei einem Spreizfuß senkt sich das vordere Quergewölbe des Fußes, wodurch sich der Vorderfuß verbreitert, weil er stärker belastet wird. Als Hauptursachen gelten falsches Schuhwerk, insbesondere hohe Absätze, und Übergewicht.

Hallux Valgus

Diese Fußfehlstellung kommt oft bei Frauen vor, die sich in zu enge und zu spitze Schuhe zwängen – und wenn gleichzeitig weitere Risikofaktoren wie zum Beispiel zu schwaches Bindegewebe vorliegen. Der Hallux valgus zeigt sich durch einen schiefen großen Zeh und einen nach innen gewölbten Fuß.

 

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