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Datum:01.07.2022 - Kategorie:Gesundheit
Lesedauer:ca. 11 Min.

Was ist ein Hallux valgus und wie wird er behandelt?

Die Hallux-valgus-Fehlstellung ist so individuell wie die Betroffenen selbst. Orthopäde Dr. Jens Brüntrup erklärt Behandlungsoptionen und die besten Vorbeugemöglichkeiten.

Hallux valgus, auch „Ballenfuß“ genannt, ist eine Zehenfehlstellung des Fußes, genauer gesagt der Großzehe. Der große Zeh dreht sich nach innen, während sich das Grundgelenk immer weiter nach außen schiebt, anstatt eine gerade Linie zu bilden. Dies kann ästhetische Nachteile – schlimmer jedoch – auch Schmerzen bereiten.

So können Patienten, die eine stärkere Ausbildung haben, Schmerzen beim Gehen bekommen. Oft drückt der Schuh am großen Zeh und es bilden sich rote, offene Stellen. Wird der Mittelfußknochen durch eine Fehlstellung nach außen gedrückt, erweckt es den Eindruck, als hätte sich dort ein neuer Knochen gebildet. Wie dies aussehen kann, zeigt Orthopäde Dr. Jens Brüntrup im Video.

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Woher kommt ein Hallux valgus?

Von falschem Schuhwerk bis Vererbung kann die Ursache für eine Hallux-valgus-Fehlstellung sehr unterschiedlich sein. Frauen sind dabei wesentlich häufiger betroffen als Männer, sagt Dr. Brüntrup.

Probleme entstehen, wenn der Fuß nicht ausgewogen bewegt wird, was zu muskulär-faszialen Spannungen führen und die Entstehung des Hallux begünstigen kann. Mögliche Ursachen sind zudem zu enge oder Schuhe mit hohen Absätzen. So entsteht eine einseitige oder fehlende Belastung, die langfristig einen Ballenzeh begünstigen kann, so Dr. Brüntrup.

Auch durch Verletzungen der Knochen oder Fußmuskulatur kann ein Ballenzeh entstehen. Ebenso spielt genetische Veranlagung eine Rolle. Wenn Hallux valgus oder auch Arthrose in der Familie häufiger auftritt, ist auch das eigene Risiko erhöht.

Aus einer bestehenden Fehlstellung der Füße wie etwa einem Plattfuß oder Spreizfuß kann zusätzlich einHallux valgus entstehen. Bei Letzterem gehen die Mittelfußknochen auseinander, wodurch sich die Zugrichtungen an den Fußmuskeln ändern, sodass der große Zeh in eine Richtung abweicht und stärker hervortritt. So entsteht der optische Eindruck, dass ein zusätzlicher Knochen am Großzehengrundgelenk vorhanden ist.

Welche Schuhe bei Hallux valgus?

Am wichtigsten ist, dass die Schuhe nicht drücken, sie also die passende Länge und Breite haben, damit der Fuß genug Platz hat. Schuhe mit hohen Absätzen wie etwa High Heels erhöhen den Druck auf den Vorfuß, wodurch der Spreizfuß verstärkt werden kann. Barfußlaufen ist daher eine gute Möglichkeit die Probleme durch reguläres Schuhwerk auszuschalten. Es kräftigt die Fußmuskulatur und die Füße haben den Platz, den sie benötigen. Zuvor sollte jedoch ärztlich geklärt werden, ob mögliche bestehende Fehlstellungen mit dem Barfußlaufen im Alltag vereinbar sind, so Dr. Brüntrup.

Behandlungsmöglichkeiten: Was hilft bei Hallux valgus?

Je nach Beschwerdegrad gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. Regelmäßige Belastung durch Gehen, Sport und Muskeltraining ist nicht nur wichtig für langfristig gesunde Füße, sondern auch eine effektive wie einfache Behandlungsmöglichkeit.

Es gibt aber zusätzlich folgende Therapie-Möglichkeiten, deren Anwendungen vom Ausmaß der Fehlstellung der Großzehe abhängig sind. Ziel ist dabei immer, vorhandene Schmerzen zu reduzieren, die Fehlstellung zu korrigieren und das Fortschreiten zu stoppen.

Hallux-valgus-Schiene:

Diese Schiene soll die Großzehe mithilfe von mechanischem Druck in Richtung der Fußinnenseite drücken, wodurch die Schmerzen mit der Zeit reduziert werden. Hierbei gibt es sowohl Schienen für nachts als auch solche, die in Schuhen und somit auch tagsüber getragen werden können. Hallux-valgus-Patienten haben hierbei in den ersten Wochen häufig vermehrt Schmerzen, da ein starker Druck auf dem Fuß liegt.

Hallux-valgus-Einlagen und -Schuhe:

Spezielle Einlagen sind eine gute Alternative zu der Schiene, da sie unter anderem den Mittelfuß unterstützen und so den Vorfuß entlasten. Diese können in speziellen Hallux-valgus-Schuhen getragen werden und helfen, den Fuß besser auszubalancieren. Diese Schuhe haben mehr Platz im Zehenbereich, wodurch der Fuß nicht eingeengt wird.

Physiotherapie oder Zehengymnastik:

Physiotherapie und Gymnastik können Betroffenen mit einem leichten Halluxhelfen, die Muskulatur und Fußsehnen zu stärken und eine Verstärkung der Schiefstellung zu verhindern. Zudem wird durch regelmäßige Sitzungen die Funktionsfähigkeit des Großzehengrundgelenks erhalten oder wiederhergestellt.

Wann ist eine Hallux-valgus-Operation nötig?

Viele Patienten haben zwar optisch starke Fehlstellungen, aber keine Schmerzen, so Dr. Brüntrup. Eine Operation ist aus medizinischen Gründen dann nicht zwingend erforderlich. Wenn die Großzehe jedoch so gekrümmt ist, dass keine andere Therapiemöglichkeit wirkt und starke Schmerzen bestehen, kann eine von unzähligen Operationsmethoden helfen. Es sollte eine operative Therapie gewählt werden, die individuell auf den Fuß und die Problematik abgestimmt ist.

Ziel der Hallux-valgus-Chirurgie ist es, die normalen anatomischen Verhältnisse des Fußes bestmöglich wiederherzustellen, damit der Fuß wieder normal funktionsfähig ist und der Patient weniger Schmerzen hat oder im Optimalfall sogar schmerzfrei ist.

Was wird bei einer Hallux-valgus OP gemacht?

Zuerst finden stets ärztliche Untersuchungen statt, bei denen unter anderem Röntgenbilder des Hallux gemacht werden. Diese dienen dem Arzt zur Orientierung. Welche OP-Methode letztlich angewandt wird, kann oftmals erst final während des Eingriffs festgelegt werden, da erst dann der Zustand des Knorpels im Großzehengrundgelenk vollständig sichtbar ist.

Chevron-Osteotomie-Verfahren:

Bei einer Hallux-valgus-OP wie der Chevron-Osteotomie wird das Zehengrundgelenk der Großzehe aus der zusammengezogenen Gelenkkapsel gelöst und von Sehnen befreit, um es beweglich zu machen. Dann wird der Mittelfußknochen durchtrennt und in Richtung der anderen Zehen verschoben. Der Mittelfußknochen wird bis zur vollständigen Heilung mit winzigen Schrauben fixiert, welche dann meist problemlos dauerhaft im Knochen bleiben können.

Lapidus-Arthrodese-Verfahren:

Es kann vorkommen, dass das Grundgelenk durch Gelenkverschleiß – eine Arthrose – stark geschädigt ist. Dann besteht die Möglichkeit, zur Schmerzentlastung operativ eine Versteifung oder Entfernung vornehmen zu lassen. Dabei wird der Mittelfußknochen durchtrennt, die sogenannte Scarf-Osteotomie, und in Richtung der anderen Zehen verschoben. Der Mittelfußknochen wird bis zur vollständigen Heilung mit winzigen Schrauben fixiert, welche dann meist problemlos dauerhaft im Knochen bleiben können. Die normale Gelenkfunktion ist durch diesen Eingriff nicht mehr möglich. Der Eingriff führt aber zu einer Schmerzlinderung und einer dauerhaft hohen Belastbarkeit des Gelenks, trotz Arthrose.

Kann sich Hallux valgus zurückbilden?

Nein, nicht auf natürliche Weise. Durch diverse Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten können die Schmerzen gemindert und die Mobilität des Fußes aufrechterhalten werden, eine Hallux-valgus-Rückbildung ist jedoch nur operativ möglich.

Wichtig zu wissen ist, dass das Ausmaß der Fehlstellung nicht mit den Schmerzen korreliert. Schon ein gering ausgeprägter Hallux valgus kann starke Schmerzen verursachen, wohingegen Betroffene mit einer starken Fehlstellung wenige bis keine Beschwerden haben können. Auf eine individuelle Therapie bei einer Hallux-valgus-Deformität kann entsprechend nicht verzichtet werden.

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