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Datum:31.01.2020 - Kategorie:Familie
Lesedauer:ca. 7 Min.

Pubertät: Chaos im Kopf

Zwischen elf und 18 Jahren stecken junge Menschen mitten in der Pubertät und treiben so manche Eltern mit ihrem Verhalten in den Wahnsinn. Schuld daran sind unter anderem die Hormone Östrogen und Testosteron. Aber auch zahlreiche Umbauprozesse im Körper machen diese Zeit für alle Beteiligten zur großen Herausforderung.

Ein falsches Wort reicht aus und Jule geht von jetzt auf gleich an die Decke. Stundenlang schließt sie sich dann in ihrem Zimmer ein und hört laut Musik. Ein Pickel auf der Stirn kommt einem Weltuntergang gleich und die Eltern müssen mit Engelszungen auf sie einreden, damit sie trotzdem in die Schule geht.

Wenn die 14-Jährige mit ihrer Mutter unterwegs ist, läuft sie meist einige Meter voraus. Zu unangenehm ist es ihr, mit der Mutter gesehen zu werden. Sowieso ist alles peinlich, was die Eltern sagen und machen. Am Wochenende gehen die Diskussionen los, ob sie zu einer Party gehen darf und wann sie zu Hause sein muss. Nicht selten enden diese Gespräche mit Geschrei und Tränen.

Die Pubertät ist eine anstrengende Zeit. Für die Eltern und auch für die Pubertierenden selbst. Denn ihr Körper gleicht einer riesengroßen Baustelle und das Gehirn befindet sich im Ausnahmezustand. Hinzu kommen oft noch das erste Verliebtsein, Probleme in der Schule und das Bedürfnis, Entscheidungen alleine zu treffen und sich unbedingt von den Eltern lösen zu müssen.

Gefühlschaos durch Östrogen und Testosteron

Alles beginnt im Hypothalamus. Das ist praktisch die hormonelle Schaltzentrale im Zwischenhirn. Hier wird zu Beginn der Pubertät ein Botenstoff namens GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon) ausgeschüttet. Dieser regt die Produktion der Fortpflanzungshormone FSH und LH an. Diese regen wiederum die Eierstöcke und die Hoden an, die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron zu bilden. Diese beiden Hormone stellen dann in der Pubertät erst mal alles auf den Kopf und tragen auch zu einer schwankenden Gemütslage bei. Und noch ein weiteres Hormon ist an dem oft merkwürdigen Verhalten von Teenies beteiligt: Dopamin. Es wird vermehrt ausgeschüttet und sorgt dafür, dass junge Menschen Anerkennung und den gewissen Kick suchen und Dinge ausprobieren, die in den Augen der Erwachsenen nicht unbedingt »vernünftig« sind.

Körperliche Veränderungen in der Pubertät

In der Pubertät reifen Kinder nicht nur psychisch, sondern auch körperlich vom Kind zum jungen Erwachsenen. Die Östrogene und ein wenig Testosteron lassen bei Mädchen die Brüste und Schamhaare wachsen und der Körper nimmt weibliche Formen an. Außerdem stellt sich die Menstruation ein und der Körper ist rein theoretisch bereit für eine Schwangerschaft. Bei den Jungen wachsen Bart- und Schamhaare, es kommt zu einem ersten Samenerguss und die Stimme verändert sich während des sogenannten Stimmbruchs.

Pubertät ist eine wichtige Entwicklungsphase

Auch das Gehirn verändert sich in der Pubertät. Es klingt merkwürdig, aber die Zahl der Verknüpfungen zwischen Nervenzellen wird verringert und die Zahl der Gehirnzellen nimmt ab. Dafür sind die vorhandenen Gehirnzellen wesentlich effektiver miteinander verknüpft, sodass Informationen schneller erfasst werden können.

Hinzu kommt, dass sich die Hirnareale unterschiedlich schnell entwickeln. Das Vorderhirn, das für Vorsicht und Vernunft zuständig ist, verändert sich langsamer als das limbische System. Von diesem werden Emotionen, Impulse und Bewegungen gesteuert. Daraus resultiert, dass die Pubertierenden häufig impulsiv reagieren, weniger Interesse an »vernünftigen« Dingen wie zum Beispiel der Schule haben und ihren Emotionen gerne freien Lauf lassen.

Fazit: Die Jugendlichen können eigentlich gar nichts dafür und wissen oft nicht, was sie tun. Die Pubertät ist, ähnlich wie die Trotz- oder Autonomiephase zwischen zwei und vier Jahren, eine wichtige Entwicklungsphase im Leben eines Kindes. Bei dem einen Kind sind die Auswirkungen stärker ausgeprägt, beim anderen schwächer.

Tipps für Eltern

  • Eltern sollten vor allem mit Verständnis und einer ordentlichen Portion Humor reagieren. Das ist sicher nicht immer leicht, doch die Pubertät sollte nicht zu einem ständigen Kampf zwischen den Generationen werden.
  • Es gibt Bereiche wie Schule oder Medienkonsum, in denen Eltern klare Regeln aufrechterhalten sollten. Dennoch sollten Pubertierende mit Problemen immer zu ihren Eltern kommen können.
  • Die Grundsteine für ein Suchtverhalten werden oft in der Pubertät gelegt. Eltern sollten auf Drogen- oder Alkoholkonsum achten und auch auf das Umfeld, in dem sich das Kind bewegt.
  • Stimmungsschwankungen sind in der Pubertät absolut normal. Wenn junge Menschen sich aber nur noch in ihr Schneckenhaus zurückziehen, sollten Eltern reagieren und einen Arzt aufsuchen.

 

 

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