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Datum:01.06.2021 - Kategorie:Ernährung
Lesedauer:ca. 12 Min.

Ist Milch gesund oder ungesund? Fünf Thesen im Faktencheck.

Milch macht müde Männer munter. Oder kürzer: Die Milch macht’s. Diese Redewendungen sind tief im kollektiven Gedächtnis der Deutschen verankert. Und ganz ehrlich? Wir alle kennen doch die Werbegesichter, die einen schönen Schluck Milch nehmen, sich anschließend den Mund abwischen und genussvoll in die Kamera schauen.

Über Jahrzehnte hinweg wurde uns die Kuhmilch als Gesundheitselixier angepriesen, das uns groß und stark macht – und kaum kritisch hinterfragt wurde. Erst in den letzten Jahren hat die Diskussion über die weiße Flüssigkeit an Fahrt aufgenommen und einen Wandel durchlebt. So gelten Milch und Milchprodukte wie Joghurt, Käse und Co. einigen Gegnern mittlerweile als Gesundheitsgefahr statt Gesundheitsgarant.

Für die Bedenkenträger ist alles sonnenklar: Milch sorgt für Bauch- und Darmbeschwerden. Sie machen sie als Übeltäter für zahlreiche Zivilisationserkrankungen verantwortlich: Allergien, Übergewicht, Diabetes. Sogar Knochenbrüche und Krebserkrankungen sollen auf ihr Konto gehen. Das alles sei zu 100 Prozent durch Studien belegt. Aber stimmt das denn? Macht Milch krank – oder macht Milch müde Männer munter? Ist sie gesund – oder ungesund? Wir haben fünf weit verbreitete Thesen über Milch auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft.

1. Milch macht starke Knochen!

Tatsächlich steckt in Milch so viel Kalzium wie in kaum einem anderen Lebensmittel – und Kalzium ist ein wichtiger Baustoff für die Knochen. Gerade im Säuglingsalter ab sechs Monaten und im frühen Kindesalter raten Experten zum Verzehr von Milch bzw. Milchprodukten. Bis zum 20. Lebensjahr ist der reichhaltige Gehalt an Kalzium elementar wichtig für die Entwicklung des Kindes und für den Aufbau von Knochenmasse. Einer Langzeitstudie der Universität Bristol zufolge besitzen Heranwachsende, die regelmäßig Milch trinken, stärkere Knochen als Kinder aus Haushalten, wo keine Milch auf den Tisch kommt.

Bei Erwachsenen aber sieht die Sachlage komplizierter aus. Entgegen einiger Behauptungen ist ausgiebiger Milchkonsum kein Wundermittel gegen Osteoporose bzw. Knochenschwund. Diese komplexe Erkrankung geht nämlich auf deutlich mehr Ursachen zurück als auf Kalziummangel. Nichtdestotrotz liefert Milch wertvolle Nährstoffe und gut verwertbare Eiweiße, die wichtig für den Muskelerhalt sind. 

Fazit:

Ja, Kalzium und Eiweiß in der Milch helfen, Knochen und Muskeln gesund zu halten.

2. Milch ist schlecht für die Verdauung!

Milchkaffee, Käse, Schlagsahne – viele Menschen klagen über Darmbeschwerden, wenn sie Milchprodukte zu sich genommen haben. Fakt ist: Was in Deutschland verhältnismäßig selten vorkommt, ist im Rest der Welt Alltag. Ganze 75 Prozent der Weltbevölkerung leiden unter Laktoseintoleranz. Hierzulande sind etwa 15 Prozent davon betroffen. Ihrem Körper fehlt das Enzym Laktase, das den Milchzucker (Laktose) in verdauliche Bestandteile zerlegen soll. Die Folge: Der Milchzucker gärt im Darm, sorgt für Blähungen und Durchfall.

Wer also unter Laktoseintoleranz leidet, sollte keine Milch konsumieren, weil er sie nicht gut verdauen kann. Zu dieser Gruppe zählen natürlich auch Menschen mit einer Kuhmilchallergie oder einem Reizdarmsyndrom. Wer trotzdem nicht auf den Schluck Milch im Kaffee verzichten möchte, kann auf laktosefreie Varianten zurückgreifen, die inzwischen zuhauf die Supermarktregale bevölkern. 

Fazit:

Ja, für einige Menschen ist Milch schlecht zu verdauen.

3. Milch macht krank!

Allergien, vor allem bei Säuglingen. Infekte, Entzündungen. Hautprobleme, Neurodermitis. Diabetes. Es scheint, als hätten einige Menschen die Kuhmilch zum ultimativen Bösewicht auserkoren. Fast wöchentlich kursieren neue Gerüchte dazu im Internet. Wissenschaftliche Grundlagen aber gibt es zu keiner dieser Thesen. Natürlich kann eine Milchallergie zum Beispiel zu Erkrankungen führen, wenn man sie nicht frühzeitig erkennt oder stur ignoriert. Das liegt aber in der Regel am falschen Umgang mit der Milchallergie, nicht an der Milch selbst.

Milch bzw. Milchprodukte stehen in keinem direkten Zusammenhang mit Entzündungen oder Zivilisationserkrankungen. Zumindest gibt es bis dato keine Studien, die solche Thesen mit verifizierbaren Zahlen und Daten unterstützen würden. Menschen mit Hautproblemen können aber probieren, ob es ihrem Erscheinungsbild guttut, wenn sie die Milch weglassen – denn möglicherweise steckt eine bisher unbekannte Milchunverträglichkeit dahinter. 

Fazit:

Nein, Milch begünstigt weder Entzündungen noch schwere Erkrankungen.

4. Milch ist krebserregend!

Kuhmilch ist Muttermilch und enthält Hormone und Wachstumsfaktoren, die sowohl beim Rind als auch beim Menschen identisch sind. Besonders oft ist hier die Rede vom Wachstumshormon IGF-1, das unter anderem fürs Zellwachstum zuständig ist. Wer Milch konsumiert, nimmt mehr von diesem Hormon auf, als der menschliche Körper auf eigene Faust freisetzt. Die Zellen teilen sich also häufiger. Kritiker ziehen daraus den Schluss: Weil häufigere Zellteilung ein höheres Krebsrisiko bedeutet, erkranken Milchtrinker häufiger an Krebs.

In der Theorie klingt das nachvollziehbar – in der Praxis aber gibt es keine Belege dafür. Ernährungsmedizinern zufolge reichen die zusätzlichen Mengen des Hormons nicht aus, um das Wachstum von Krebszellen entscheidend zu beschleunigen. Das Gleiche gilt für Brustkrebs, der oft mit der weißen Flüssigkeit in Verbindung gebracht wird.

Bei Prostatakrebs sehen die Fakten hingegen anders aus, wie Untersuchungen des Europäischen Instituts für Onkologie in Mailand und der Universität in Montreal zeigen. Demnach steigt das Risiko für Männer, wenn sie täglich mindestens 1,25 Liter Milch konsumieren. Der Grund scheint die erhöhte Kalziumzufuhr zu sein. 

Fazit:

Jein. Herkömmlicher Milchverzehr reicht nicht aus, um das Wachstum von Krebszellen drastisch zu beschleunigen. Männer aber, die sehr große Mengen Milch konsumieren, nehmen ein höheres Risiko in Kauf, an Prostatakrebs zu erkranken.

5. Milch liefert wertvolle Vitamine und Nährstoffe!

Zunächst einmal gilt festzuhalten: Milch ist kein Getränk – sie ist ein Grundnahrungsmittel. Und das hat verschiedene Gründe, die alle in der Milch selbst zu finden sind. Sie liefert hochwertiges Eiweiß, Kalzium, die Vitamine A, B und D. Gerade für die empfohlene Tagesration an Kalzium und den Vitaminen B2 und B12 stellt Milch neben Fleisch so ziemlich die wichtigste Quelle dar.

180 bis 200 Gramm Milch bzw. Milchprodukte wie Joghurt und Quark reichen schon aus, um einen großen Teil des täglichen Bedarfs zu decken. Hinzu kommen Spurenelemente wie Jod und Zink, die eine große Rolle für eine gesunde Schilddrüse und einen funktionierenden Stoffwechsel spielen.

Aber: Aufgrund der hohen Nährstoff- und Energiedichte ist Milch in Maßen zu genießen. Denn mit 128 Kilokalorien enthält ein 200-Milliliter-Glas Milch etwa so viel Energie wie ein halbes Croissant. Wer also aufs Gewicht achtet, sollte nicht zu viel Milch trinken oder auf fettarme Versionen setzen – denn andernfalls wird der Muntermacher ruckzuck zum Dickmacher!

Fazit:

Ja, im Grundnahrungsmittel Milch stecken zahlreiche Vitamine, Nährstoffe und Mineralien, die einen wichtigen Teil zum Erhalt der Gesundheit beitragen. Übermäßiger Konsum kann aber zu Übergewicht führen! 

Wie viel Milch ist gesund?

Und, was ist mit der Milch? Ist sie gesund oder ungesund? Milch macht starke Knochen und Muskeln und spendet dem Körper wertvolle Inhaltsstoffe. Sie bekommt den meisten Deutschen sehr gut und ist entgegen einiger Gerüchte nicht verantwortlich für Entzündungen oder Erkrankungen. Grundsätzlich sollte man den Konsum aber in Grenzen halten, weil man sonst Übergewicht und sogar Prostatakrebs riskiert.

Eine gute Orientierung kommt von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung – sie empfiehlt täglich 200 bis 250 ml Milch und/oder Milchprodukte sowie zwei Scheiben Käse zu verzehren. Kindern ab einem Jahr werden sogar 300 bis 350 ml täglich für den Knochenaufbau empfohlen. Wenn wir sie also mit Augenmaß zu uns nehmen und unter keiner Allergie oder Intoleranz leiden, ist Milch gesund!

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