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Datum:21.04.2020 - Kategorie:Ernährung
Lesedauer:ca. 9 Min.

Lebensmittelintoleranzen – wenn der Bauch rumort

Ein Unheil bahnt sich an. Es grummelt im Bauch, zwackt und blubbert. Sie müssen aufstoßen und fühlen sich nicht gut. Irgendetwas stimmt nicht. Auf der Toilette dreht sich der Magen – und das Gedankenkarussell: Bin ich krank? War das Essen schlecht? Vertrage ich etwa ein bestimmtes Lebensmittel nicht? 

Wenn der Körper rebelliert

Ob das Glas Milch beim Frühstück oder die Kartoffelchips vom Vorabend, Äpfel oder Rotwein: In allem, was wir essen und trinken, befinden sich individuelle Inhaltsstoffe. Der menschliche Körper nimmt sie auf, zerkleinert, verarbeitet sie – und scheidet sie in Teilen sanft wieder aus. Solange der Verdauungsapparat sein Werk verrichtet, spüren wir davon nichts. Erst wenn bestimmte Stoffe ihm Probleme bereiten, gerät er aus dem Gleichgewicht: „Lebensmittelintoleranzen sind Unverträglichkeiten auf Nahrungsmittel oder Inhaltsstoffe, auf die unser Immunsystem nicht reagieren kann“, erklärt Dr. Matthias Riedl, Ernährungsmediziner und Diabetologe im medicum Hamburg. Gerade im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten ist die Zahl der Lebensmittelunverträglichkeiten sprunghaft gestiegen. Doch woran liegt das? Ein Grund: der zunehmende Verzehr von Fertigprodukten, Zusatzstoffen, aber auch Antibiotika und anderen Arzneimitteln bereits seit Kindertagen.

Der massenhafte Einsatz von Fruchtzucker in der Nahrungsmittelindustrie und die Zusatzstoffe sind für unseren Darm ein toxischer Cocktail ungeahnten Ausmaßes.

Im Gegensatz zu unseren Großeltern essen wir heute weitaus mehr Lebensmittel, die künstlich verarbeitet sind – und belasten damit die Darmwände, was einen Enzymmangel oder -defekt zur Folge haben kann. Dem Verdauungstrakt fehlen dann die passenden Enzyme, um die Nahrung fachgerecht aufzuspalten. Unruhe macht sich breit, direkt nach dem Essen oder spätestens am nächsten Tag: „Möglich sind Symptome wie Übelkeit, Blähungen, Durchfall, Haut- und Schleimhautreaktionen wie Juckreiz oder Nesselsucht, Herzkreislaufbeschwerden wie erhöhter Blutdruck aber auch Hustenreiz, Heiserkeit oder Asthma.“ Die Auswirkungen einer Unverträglichkeit könnten ganz unterschiedlich ausfallen, warnt Dr. Matthias Riedl.

Die richtige Behandlung

Dabei ist es nicht ungewöhnlich, dass Betroffene an mehreren Intoleranzen gleichzeitig leiden. Eine eindeutige Diagnose, um spezifische Unverträglichkeiten festzustellen, fällt also ungleich schwerer. Ärzte unterscheiden zwischen genetisch bedingten und sekundären Intoleranzen: Während erstere angeboren und nicht zu ändern sind, entstehen letztere häufig erst aufgrund verschiedener Erkrankungen und einer ungesunden Lebensweise. Sich ausgewogen und ballaststoffreich zu ernähren sowie Alkohol, Fleisch und Koffein nur in Maßen zu konsumieren, reduziert wiederum das Risiko, im Alter eine Lebensmittelintoleranz zu entwickeln.

Schlagen Produkte wie Milch (Laktose), Brot (Gluten), Rotwein (Histamin) oder Äpfel (Fruktose) trotzdem auf den Magen, „gibt es medizinische Möglichkeiten, um Intoleranzen auszuschließen oder festzustellen“, sagt der Facharzt. Laktose- und Fruktoseintoleranzen ließen sich etwa über einen Atemtest beim Arzt erkennen, Histamin im Blut nachweisen. Helfen kann auch ein Ernährungstagebuch, um Speisen, Getränke und zusätzlich auftretende Symptome zu dokumentieren. „Beim Verdacht auf eine Lebensmittelintoleranz sollte immer erst ein Arzt aufgesucht werden.“ Eine Eigendiagnose oder unkontrollierte Diät birgt auf Dauer gesundheitliche Risiken: Verzichten wir aus Sorge vor einer Laktoseintoleranz beispielsweise von jetzt auf gleich auf sämtliche Milchprodukte, fehlt dem Körper eine wichtige Nahrungsquelle für Calcium. Wird diese nicht zum Beispiel durch ausreichend grünes Gemüse, Mineralwasser oder Mandeln ersetzt, folgt mit Calciummangel direkt die nächste gesundheitliche Beschwerde, die unter anderem Muskelkrämpfe und ein Kribbeln auf der Haut herbeiführen kann. 

Stattdessen hilft eine Ernährungsberatung, nachdem eine Lebensmittelintoleranz ärztlich dokumentiert worden ist. „Damit wird ein Mangel ausgeschlossen und die Ernährung optimiert, sodass in den meisten Fällen keine Beschwerden mehr bestehen“, sagt Dr. Matthias Riedl. Auf diese Weise lassen sich Intoleranzen zwar nicht heilen, Magen und Darm werden problematischen Lebensmitteln gegenüber auf lange Sicht aber wieder etwas toleranter. Dennoch gilt es für das persönliche Wohlbefinden, die unverträglichen Lebensmittel grundsätzlich aus dem Speiseplan zu streichen, die eigene Ernährung mit fachlicher Unterstützung langfristig umzustellen – und die Zutatenlisten im Supermarkt fortan genauestens zu studieren. Wer die Erkrankung ernst nimmt und auf seinen Bauch hört, hat dadurch beste Chancen, binnen kurzer Zeit wieder beschwerdefrei durchs Leben zu gehen.

Die häufigsten Intoleranzen

10–30 % Laktoseintoleranz

Laktose steckt in: Milch, Joghurt, Käse, Butter, Sahne, Eiscreme

Viele Menschen können Milchzucker, sogenannte Laktose, nicht richtig aufspalten – ihnen fehlt dafür das Enzym Laktase im Dünndarm. So gelangt der Zucker unverdaut in den Dickdarm und bringt den Verdauungstrakt durcheinander. Wer auf klassische Milchprodukte verzichtet und auf laktosefreie Alternativen wechselt, kann anhaltenden Beschwerden effektiv vorbeugen.

5–7 % Fruktoseintoleranz

Fruktose steckt in: Obst, Softdrinks, Säfte, Süßwaren, Müsli

Fruchtzucker nennt sich der Übeltäter, der vor allem in Obst und Gemüse heimisch ist: Ähnlich wie bei Laktose fehlt manchen Menschen das passende Enzym, um den Zucker richtig zu verarbeiten. In der Folge treten unangenehme Beschwerden im Magen-Darm-Bereich auf. Fruchtzucker findet sich auch vermehrt in Fertigprodukten – daher sollten Betroffene immer die Zutatenlisten im Auge behalten.

1–2 % Histaminintoleranz

Histamin steckt in: Fisch, Bohnen, Hülsenfrüchte, Alkohol, Schokolade

Histamin gehört zur Gruppe der kleinen Helfer im Körper, die unter anderem den Blutdruck regulieren und die Darmbewegung steigern. Werden die zusätzlichen Mengen des Botenstoffs aus der Nahrung nicht richtig abgebaut, geraten die Funktionen außer Kontrolle – wir bekommen Hitzewallungen und Kopfschmerzen. In manchen Fällen zeigen sich auch allergische Reaktionen auf der Haut.

< 1 % Zöliakie (Glutenintoleranz)

Gluten steckt in: Getreide, Brot, Nudeln, Pizza

Ob Weizen, Dinkel oder Roggen: Das Klebereiweiß Gluten steckt in vielen Getreidesorten. Bei etwa jedem 100. Deutschen löst der Stoff eine fehlgeleitete Immunreaktion aus, was zu starken Durchfällen und Bauchschmerzen führt. Der Grund: Sobald Gluten in den Dünndarm gelangt, entzünden sich die Darmzotten und werden abgestoßen. Dagegen hilft nur eine lebenslange glutenfreie Diät.

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