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Datum:03.01.2022 - Kategorie:Gesundheit
Lesedauer:ca. 13 Min.

Adipositas: krankhaftes Übergewicht erkennen und behandeln

Die kleinen Speckröllchen am Bauch. Die Rettungsringe an der Hüfte. Fast alle von uns nörgeln mal über das ein oder andere Kilo zu viel. Bei einigen Menschen aber geht das Übergewicht weit übers Normalmaß hinaus: Sie leiden unter Adipositas, auch bekannt als Fettleibigkeit.

Was ist Adipositas?

Die gute Nachricht ist gleichzeitig die schlechte: Adipöse Menschen sind mit ihrem Schicksal nicht allein – weil es leider immer mehr Betroffene gibt. Der Stiftung Gesundheitswissen zufolge gilt etwa ein Viertel der Bevölkerung als adipös bzw. fettleibig, weil ihr Körper einen übermäßig hohen Fettanteil hat. 

Krankhaftes Übergewicht entsteht, wenn der Körper deutlich mehr Energie erhält, als er durch Bewegung und Stoffwechsel verbrennt. Eine der gängigsten Methoden, Fettleibigkeit festzustellen, ist der Body-Mass-Index (BMI): Er berechnet das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße. Laut der WHO gelten Erwachsene ab einem BMI von über 30 kg / m² als adipös.

Ein Rechenbeispiel:

Körpergröße: 1,60 m, Körpergewicht: 125 kg.

125 : 1,6 = 48,8 kg / m²

In diesem Fall liegt der BMI bei 48,8 – und die Person fällt in die Kategorie III: extreme Adipositas. Unter www.bmi-rechner.net können Sie Ihren BMI berechnen.

BMI-GrenzwertSchweregrad
25,0 bis 29,9Übergewicht
30,0 bis 34,9

Grad I,

moderate Adipositas
35,0 bis 39,9

Grad II,

starke Adipositas
>40,0

Grad III,

extreme Adipositas

Vorsicht beim BMI!

Der BMI ist umstritten, weil er nur das reine Gewicht in den Blick nimmt und nicht zwischen Fett- und Muskelmasse unterscheidet. Muskulöse Menschen weisen meist Werte oberhalb des Normalbereichs auf, weil ihre Muskelmasse schwerer wiegt als Fett. Trotzdem sind sie nicht fettleibig, schließlich ist ihr Fettanteil in der Regel niedrig. Auch für kranke und alte Menschen, Schwangere und Kinder im Wachstum ist der BMI ungeeignet, weil er nur als grober Richtwert dient. Wenn Sie sich also nicht sicher sind, ob Sie adipös sind, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen.

Wann sind Menschen übergewichtig?

Neben Angaben zum Normal und Untergewicht zeigt der BMI ebenfalls auf, wann Menschen als übergewichtig definiert werden können. Mit einem BMI zwischen 25 und 29,9 gelten Frauen und Männer als übergewichtig. Zum Vergleich: Normalgewicht erreichen wir bei einem Body-Mass-Index zwischen 18,5 und 24,9.

Wo beginnt starkes Übergewicht?

Wer die Schwelle von Übergewicht zu starkem Übergewicht übertritt, fällt dem BMI zufolge bereits in die Kategorie Adipositas Grad I. Das heißt konkret: Der Body-Mass-Index liegt bei mindestens 30.

Was ist der Unterschied zwischen Übergewicht und Adipositas?

Adipositas beginnt, wo „normales“ Übergewicht aufhört – und als „schweres“ eingestuft wird. Fachleute sprechen bei einem Body-Mass-Index zwischen 25 und 29,9 von Übergewicht, während ein Wert von über 30 als krankhaft bezeichnet wird – von moderater (Grad I) über starker (Grad II) bis hin zu extremer Adipositas (Grad III). Aus medizinischer Perspektive lassen sich die Unterschiede einfach zusammenfassen: Übergewicht ist keine Krankheit – Fettleibigkeit schon. Und Fettleibigkeit ist weiter verbreitet, als die meisten von uns vermuten.

Dem Robert Koch-Institut zufolge wiegen zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen zu viel, etwa ein Viertel aller Erwachsenen wiederum gelten als fettleibig. Schon bei Grad I steigt das Risiko für das Auftreten von Bluthochdruck, eines Typ-2-Diabetes, einer koronaren Herzerkrankung sowie eines Schlaganfalls um das Fünffache. Bei ausgeprägter Adipositas des zweiten und dritten Grades liegt das Risiko 15-mal so hoch.

Was sind die Risikofaktoren für Adipositas?

  • Ungesunder Lebensstil: wenig körperliche Aktivität, große Portionen ballaststoffarmer und fettreicher Speisen
  • Stress, Depression und Schlafmangel
  • Essstörungen wie Binge-Eating-Störungen (wiederkehrende Essanfälle) oder Night-Eating-Syndrome (nächtliche Essanfälle)
  • Stoffwechselerkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktionen
  • Medikamente mit Auswirkungen aufs Körpergewicht, zum Beispiel die erhöhte Zufuhr von Kortisol (Cushing-Syndrom)
  • Genetische Veranlagung

Wie schlimm ist Adipositas?

Jahrelange Fettsucht führt fast unweigerlich zu Folgeerkrankungen. Die Anfangszeit ist häufig geprägt von Gelenkbeschwerden. Zudem gilt die Krankheit als Hauptrisikofaktor für Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes, weil Betroffene unzureichend auf das Hormon Insulin reagieren. Die Zuckerkrankheit kann Nerven-, Nieren- und Augenschäden sowie Gefäßverkalkungen begünstigen. Bleibt der Diabetes zu lange unbehandelt, kann er eine Dialysepflicht nach sich ziehen, also regelmäßige und strapaziöse Blutreinigungsverfahren. Viele adipöse Menschen klagen über Luftnot oder Atemaussetzer (Schlaf-Apnoe-Syndrom), weil ihr Körper mehr Masse bewegt, die er mit Sauerstoff versorgen muss. Treten mehrere Symptome gleichzeitig auf, sprechen Mediziner häufig vom metabolischen Syndrom. Und inzwischen treten diese Risikofaktoren immer häufiger und immer früher auf: Unter krankhaftem Übergewicht leiden nämlich längst nicht mehr nur Erwachsene, sondern es beginnt oft schon im Kindes- und Jugendalter.

Mehr fettleibige Kinder infolge der Corona-Pandemie

800.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sind stark übergewichtig – Tendenz steigend. Eine der Ursachen für den Anstieg ist die Corona-Pandemie, die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) spricht in diesem Zusammenhang bereits von einer „zweiten, stillen Pandemie“. Als Gründe gelten die eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten sowie der erhöhte Medienkonsum im Zuge der Lockdowns. Um der „stillen“ Pandemie Herr zu werden, fordern die Experten Eltern auf, eine gesunde und aktive Lebensweise bei ihren Kindern im Blick zu behalten. Aber auch die Politik nehmen sie in die Pflicht: Ein kinderfreundliches Umfeld durch attraktive Spielplätze, sichere und gute Rad- und Schulwege sowie besseres Schulessen könnte Fettsucht ebenfalls vorbeugen.

Welche Auswirkungen hat Adipositas?

Neben den körperlichen Begleiterscheinungen tragen viele Betroffene auch psychische Erkrankungen davon. Erkrankte werden oft als bequem und willensschwach abgestempelt, weil sie vermeintlichen Schönheitsidealen nicht entsprechen. Diese Stigmatisierungen und Ausgrenzungen münden für die Betroffenen nicht selten in psychischen Problemen bis hin zu Depressionen. Dieser Teufelskreis gibt den Menschen das Gefühl, der Krankheit ausgeliefert zu sein, weil sie das ganze Leben bestimmt – und offenbar nichts hilft, sie loszuwerden.

Kann Adipositas geheilt werden?

Fettsucht ist keine schlechte Angewohnheit, die wir über Nacht abstreifen können. Es ist eine chronische Krankheit, der wir nur mit grundlegenden Verhaltensänderungen – oder Therapien – entgegenwirken können. Welcher Weg infrage kommt, hängt vom Stadium ab. Betroffene, die schon auf einen längeren Leidensweg zurückblicken, suchen sich oft Hilfe in einem Adipositaszentrum. Je nach den persönlichen Voraussetzungen wählen die Experten aus unterschiedlichen Therapieansätzen.

  • Die Ernährungstherapie:

Sie bildet den wichtigsten Baustein jeder Behandlung. Die Therapie reicht dabei weit über reines Kalorienzählen und kurzfristiges Hungern hinaus. Vielmehr geht es darum, das Bewusstsein für eine gesunde Ess- und Ernährungsweise zu schaffen – mit dem Ziel, gewohnte Muster aufzubrechen.

  • Die Bewegungstherapie:

Wer sich ausreichend bewegt, senkt sein Risiko, Folgeerkrankungen zu erleiden. Körperlich aktive Personen fühlen sich zudem in der Regel vitaler und erleben, wie sie sich Tag für Tag besser fühlen. Weil Bewegung Energie verbraucht, bauen wir Fett ab – und gleichzeitig Muskeln auf.

  • Die Operation:

Erst, wenn alle Möglichkeiten der konservativen Therapie ausgeschöpft sind, kommt eine operative Behandlung infrage. Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche OP-Verfahren: den Magenschlauch oder den Roux-y-Magenbypass. In beiden Fällen handelt es sich um Magenverkleinerungen. Beim Roux-y-Magenbypass schaffen die Operateure eine Art Kurzschluss im Magen-Darm-Trakt, sodass neben der reinen Verkleinerung eine veränderte Verdauung der Nahrungsbestandteile erfolgt.

Wie werde ich Adipositas los?

Operationen wie Magenverkleinerungen gelten als letzte Möglichkeit, die Krankheit zu besiegen. Besser aber ist es natürlich, wenn Sie rechtzeitig die Reißleine ziehen, damit es gar nicht erst zur Fettsucht kommt. Wenn Sie folgende Tipps für Ihren Lebensstil beherzigen, ist die Chance groß, mit Adipositas nie bzw. nie wieder etwas zu tun zu bekommen.

  • Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten
  • Vermeidung von Fast Food, kalorien- und zuckerhaltigen Getränken sowie Snacks
  • Mindestens 1,5 Liter Wasser oder ungesüßte Tees täglich
  • Langsames und genussvolles Essen
  • Körperliche Aktivität: dreimal die Woche etwa 30 Minuten moderate Bewegung oder Sport

Auf die Ernährung kommt es an

Was können Sie bedenkenlos essen, ohne dick zu werden? Und was bedeutet eigentlich eine ausgewogene Ernährung? Unsere Ernährungsberatung hilft Ihnen, den richtigen Speiseplan für ein gesundes Leben zu finden.

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