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Datum:09.09.2021 - Kategorie:Podcast
Lesedauer:ca. 13 Min.

Brustkrebs – Behandlungsmöglichkeiten und Chancen

Die Diagnose Brustkrebs ist nicht nur ein Schock für die Patientin, sondern auch mit vielen Fragen zur Brustkrebs-Therapie verbunden. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Ist bei Brustkrebs immer eine Chemotherapie nötig? Welche alternativen Therapien gibt es und wie groß ist die Chance, geheilt zu werden? Das klären wir u.a. in dieser Folge mit Dr. Sebastian Wojcinski.

Viel Spaß beim Zuhören!

Wir freuen uns immer über Ihr Feedback oder Themenwünsche unter podcast@remove-this.heimat-krankenkasse.de!

Wojcinski ist seit rund zehn Jahren beruflich schwerpunktmäßig auf die Behandlung von Brustkrebs, auch Mammakarzinom genannt, spezialisiert. Nach seiner Einschätzung kommen täglich etwa 20 bis 30 Frauen ins Brustzentrum seiner Klinik. Vielleicht, weil sie zu Hause selbst etwas erfühlt haben, weil beim Ultraschall etwas aufgefallen ist oder weil ihr Arzt etwas ertastet hat. „Dann besteht aber erstmal nur ein Anfangsverdacht“, beruhigt Dr. Wojcinski. „Das ist zwar sehr belastend. Wir kümmern uns aber darum, zu verifizieren, also zu untersuchen, ob tatsächlich etwas ist – oder doch nicht.“ In den meisten Fällen löst sich der Verdacht danach in Luft auf. Ein bis zwei Patientinnen werden täglich aber doch mit der Erkrankung konfrontiert.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Ist die Diagnose Mammakarzinom eingetreten, gibt es aber nicht einfach die eine Therapie, die für alle Betroffenen gleich ist. Vielmehr ist es eine Art Baukastensystem, das individuell immer wieder neu zusammengestellt wird. Außerdem wird im laufenden Prozess wieder und wieder überprüft, ob der Weg der richtige ist. Es kann sein, dass eine Brustkrebsbehandlung aus den Bausteinen Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie geplant ist. Dann zeigt sich aber möglicherweise, dass ein anderer Weg, zum Beispiel eine Hormontherapie, doch der bessere wäre.

Gestützt ist jede Behandlung immer auf das Leitlinienprogramm Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Diese Leitlinien basieren jeweils auf dem derzeit besten verfügbaren medizinischen Wissen, das in aktuellen Studien bewiesen wurde.

Wie wird Brustkrebs heute behandelt?

In der modernen Brustkrebsbehandlung gibt es zunächst einmal fünf Bausteine:       

  • Die Operation, um den Tumor zu entfernen.
  • Eine Strahlentherapie. Sie kommt zum Einsatz, um das unmittelbar um den Tumor liegende Gewebe, also noch gesunde Zellen, zu stärken. Eine solche Bestrahlung basiert auf Röntgenstrahlungen, ähnlich wie bei einem Röntgenbild, nur stärker dosiert.
  • Eine Hormontherapie. Sie wird empfohlen, wenn die zu Beginn der genaueren Untersuchung vorgenommene Punktierung mit der Auswertung des Gewebes ergeben hat, dass die Oberflächeneigenschaften der Krebszellen empfindlich gegen Hormone sind.
  • Die Chemotherapie: Medikamente, die das Zellwachstum hemmen. Sie ist die von den meisten Patentinnen gefürchtetste Therapie. Wurde mit den anderen Schritten der Behandlung von der Operation bis zur Hormontherapie schon genug Sicherheit geschaffen, ist eine Chemotherapie aber häufig unnötig.
  • Ein fünfter Baustein ist die sogenannte Immuntherapie: Medikamente, die zielgerichtet eingesetzt werden können. Sie basiert auf dem Forschungswissen, dass Krebszellen den Körper attackieren und Eigenschaften haben wie Viren oder Bakterien, die unser Immunsystem erkennen kann. Auf dieser Basis können Medikamente eingesetzt werden, die die Zellen anfällig für das eigene Immunsystem machen. Eine Behandlung mit diesen Medikamenten kommt aber nur unter bestimmten Voraussetzungen in Frage.

Wie gut sind die Behandlungschancen bei den vorgestellten Therapien?

Um die nötigen Fakten für ein genaues Ergebnis und damit auch für die richtige Therapie zu schaffen, wird die Brust bei einem Krebsverdacht zunächst punktiert. Das bedeutet, dass mit einer Spritze Gewebe entnommen und genau untersucht wird. Werden darin Krebszellen gefunden, steht das Ergebnis fest. „Was in einer Frau vorgeht, wenn sie hört, dass sie Brustkrebs hat, kann sich kein Mensch vorstellen“, sagt Wojcinski und ergänzt: „Auch ich als Arzt nicht, obwohl ich schon so lange in diesem Beruf bin und mit Patientinnen über ihre Krankheit spreche.“
Darum ist ihm wichtig, als erstes die Heilung in den Vordergrund zu stellen, wenn er mit den Patientinnen spricht. „Denn es ist so, dass vier von fünf Frauen wieder so gesund werden, dass sie nie wieder etwas mit dieser Erkrankung zu tun haben. Das ist ein toller Erfolg.“

Wie lange dauert eine Behandlung?

Um für Frauen die individuell bestmögliche Behandlung zu entwickeln, folgen nach der Diagnose Brustkrebs intensive Gespräche zwischen Patientin und Arzt. Darin wird der kommende, oft sehr lange, gemeinsame Weg der Therapie genau besprochen. Und auch über Ängste wird gesprochen, weil sich die meisten Betroffenen plötzlich nicht nur mit einer Krankheit, sondern auch mit existenziellen Fragen konfrontiert sehen. Fragen, wie sie die nächsten Monate verbringen werden, wie sie mit ihrer Familie oder mit ihrem Partner darüber sprechen sollen, darüber, ob sie Schmerzen haben werden. Manchmal sind es aber auch pragmatische Fragen: Kann ich während der Behandlung noch arbeiten? Kann ich den Haushalt noch führen?

Auch hier versuchen wir, alle Ängste und Zweifel aufzufangen und die Frauen auch psychisch stark zu machen

Darum sei ein gutes Vertrauensverhältnis wichtig – damit Arzt und Patientin den unter Umständen langen Weg der Therapie mit gutem Gefühl gemeinsam gehen können. Vor allem, wenn sich eine Chemotherapie nicht vermeiden lässt, kann es sich bis zu einem Jahr hinziehen.

Ist bei Brustkrebs immer eine Chemotherapie nötig?

Die Entscheidung, welche Therapieform wann eingesetzt wird, wird nach der genauen Analyse der Krebszellen im Labor getroffen. Dort wird grob gesagt getestet, was wie auf die Zelle wirkt. Dann wird die Behandlung danach ausgerichtet, was sie am stärksten angreift. Genügt zum Beispiel eine Operation, oder muss dann noch eine Strahlentherapie folgen? Die einzelnen Bausteine können miteinander kombiniert oder in ihrer Reihenfolge angepasst werden. Die Frage dabei ist immer: Was ist gut für die Patientin und was bringt sie weiter?

Wenn das zum Beispiel nur die Punkte 1 und 2 des Therapieplans sind, dann wird zunächst operiert und anschließend noch eine Strahlentherapie empfohlen. Wurden weitere Angriffspunkte auf der Zelle analysiert, dann folgen weitere Therapien, bis hin zur Chemotherapie. Bei den meisten Mammakarzinomen kann heute aber auf die Chemotherapie verzichtet werden – ausgenommen, man spricht schon von fortgeschrittenem Brustkrebs. „Bei zwei von drei betroffenen Frauen können wir sie aber vermeiden“, sagt Wojcinski.

Wie hoch ist die Chance, von Brustkrebs geheilt zu werden?

Um ihn früh diagnostizieren zu können, ist es wichtig, dass jede Frau ihre Brust regelmäßig selbst abtastet und auch die Früherkennungsangebote in Anspruch nimmt. Dort können Ärzte mithilfe von Ultraschall, Mammographie und Abtastungen kleinste Veränderungen wahrnehmen und im Ernstfall dann sofort reagieren. Dank dieser Vorsorge und guter Therapien muss Krebs in der Brust heute kein Schicksalsschlag mehr sein und die Chancen, geheilt zu werden, sind sehr hoch.

Wie lange kann man ohne Behandlung mit Brustkrebs leben?

Ein Erfolg, der aber auch maßgeblich damit zusammenhängt, wie früh das Mammakarzinom entdeckt wird. Passiert das erst spät, hatte der Krebs viel Zeit, sich auszubreiten und konnte im schlimmsten Fall zu metastasiertem Brustkrebs werden – also theoretisch im ganzen Körper streuen. Da die Tumore sehr langsam wachsen, gibt es aber keine pauschale Prognose, wie lange das dauert und wie hoch die Überlebenschancen ohne Behandlung sind.

Um Krebsdiagnosen zum Beispiel in Arztbriefen genau zu beschreiben, gibt es ein international verwendetes Schema zur Kennzeichnung für einen bösartigen Tumor: Die sogenannte TNM-Klassifikation. Darin steht das T für Tumor, N für Nodes (englisch für Knoten) und M für Metastasen. Tumor bezeichnet dabei den Ursprungstumor oder auch Primärtumor. Nodes beschreibt, ob die benachbarten Lymphknoten befallen sind und Metastasen sind Absiedlungen in anderen Körperregionen. Zusätzlich können die Größe und Ausbreitung des Tumors noch mit Zahlen beschrieben werden. Diese Einstufungen dienen Ärzten dann als Grundlage für eine individuell zugeschnittene Behandlung.

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