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Datum:02.06.2021 - Kategorie:Gesundheit
Lesedauer:ca. 7 Min.

Kind, verdirb dir nicht die Augen!

Experten schlagen Alarm: Die Zahl kurzsichtiger Kinder und Jugendlicher steigt weltweit rasant an – auch in Deutschland trägt mehr als die Hälfte von ihnen Brille oder Kontaktlinsen. Warum das so ist und was man dagegen tun kann.

Die Augen sind unser wichtigstes Sinnesorgan. Mit ihnen nehmen wir die Welt wahr. Die Augen selbst aber nehmen wir oft erst wahr, wenn sie nicht mehr so wollen, wie sie eigentlich sollten. Gerade in den Industrienationen leiden immer mehr Kinder und Jugendliche unter Kurzsichtigkeit: Sie sehen Nahes scharf, während Menschen und Gegenstände in der Ferne verschwommen erscheinen. „Wir sprechen hier von einer weltweiten Zunahme, die sich in Zukunft weiter verschlimmern dürfte“, sagt Prof. Dr. Bettina Wabbels, Leiterin der Abteilung für Orthoptik und Neuroophthalmologie an der Universitäts-Augenklinik Bonn. Eine Myopie, auch Kurzsichtigkeit genannt, entsteht, wenn es in der Kindheit oder Jugend zu einem verstärkten Wachstum des Augapfels und damit zu einem längeren Auge kommt. In solchen Fällen liegt der Brennpunkt, in dem sich die Lichtstrahlen bündeln, vor der Netzhaut – und weiter entfernte Objekte können nicht mehr gut erkannt werden. Die Frage, ob wir kurzsichtig werden oder nicht, entscheidet sich spätestens bis zum 21. Lebensjahr, wenn das Auge endgültig ausgewachsen ist. „Ist ein Auge einmal zu lang, wird es nicht mehr kürzer“, erklärt die Augenärztin. Die Weichen für eine Myopie werden also früh gestellt und umso wichtiger ist es, ihr in jungen Jahren einen Riegel vorzuschieben. Wie aber gelingt das?

Die Ursachen für Kurzsichtigkeit

Über die Mechanismen, warum der Augapfel zu lang wird, diskutieren Experten schon seit Jahrzehnten. Klar ist: Eltern, die Brille oder Kontaktlinsen tragen, bekommen häufig auch Kinder mit eingeschränktem Sehvermögen. Genetische Veranlagung allein erklärt den enormen Zuwachs an Kurzsichtigen aber nur unzureichend, sagt Prof. Dr. Wabbels:

Myopie wird etwa zur Hälfte von den Genen und zur anderen Hälfte vom Lebensstil beeinflusst.

Als eine Hauptursache gilt der ständige Blick auf Tablets, Smartphones und Co., der für einige Kinder von klein auf zum Alltag gehört. Mit zum Teil schlimmen Folgen. Denn die übermäßige Nahsicht auf kleine Bildschirme vor dem Gesicht beansprucht das visuelle System und geht mit einem starken Wachstumsreiz für das Auge einher. Auch das Freizeitverhalten heutiger Kinder und Jugendlicher spielt eine wichtige Rolle. Weil sie weniger Zeit draußen im Freien verbringen als früher, bekommen ihre Augen zu wenig Tageslicht. Die Netzhaut setzt in der Folge geringere Mengen des Botenstoffs Dopamin frei, der das Augenwachstum bremst und es nicht länger werden lässt. „Zudem fehlt der Augenmuskulatur der regelmäßige Blick in die Ferne, um sich auszuruhen und zu entspannen“, sagt die Expertin. Brillen oder Kontaktlinsen müssen übrigens nicht die einzigen Folgen der Sehschwäche bleiben. Auch die Risiken für Netzhauterkrankungen oder den grünen Star steigen mit zunehmender Kurzsichtigkeit.

Das hilft gegen Kurzsichtigkeit bei Kindern

Damit es nicht so weit kommt, raten Experten zu einer Veränderung der Freizeit- und Lebensgewohnheiten. Studien zufolge sinkt das Risiko für Kurzsichtigkeit um bis zu ein Viertel, wenn Heranwachsende durchschnittlich zwei Stunden täglich unter freiem Himmel spielen. „Elektronische Medien sind sehr verlockend, speziell kleine Kinder sollten sie aber nicht allzu häufig nutzen, da die Augen sonst irreparable Schäden davontragen“, sagt Prof. Dr. Wabbels. Vor dem dritten Lebensjahr sollten Kinder ihrer Meinung nach nicht vor Smartphones, Tablets und Laptops gesetzt werden. Für Vier- bis Sechsjährige empfiehlt sie maximal 30 Minuten täglich. Grundschulkinder bis zehn Jahre sollten nicht länger als eine Stunde am Tag vor Displays verbringen. Ihr gehe es nicht darum, elektronische Medien zu verteufeln. Schließlich können auch permanentes Bücherlesen und die damit verbundene Nahsicht ein längeres Auge und Kurzsichtigkeit begünstigen.

Die deutliche Zunahme der Kurzsichtigen ist aber vor allem auf den frühen und intensiven Gebrauch von Tablets und Co. zurückzuführen.

Das belegen vor allem Studien aus dem asiatischen Raum, wo die exzessive Nutzung elektronischer Medien noch ausgeprägter ist und bis zu 95 Prozent der jungen Erwachsenen kurzsichtig sind. Werfen Eltern aber früh einen Blick auf ein ausgewogenes Mediennutzungsverhalten, steigt die Chance, dem Nachwuchs Brille oder Kontaktlinsen zu ersparen.

Die 20-20-20-Regel

Die ständige Nahsicht auf Bildschirme verändert unsere Sehgewohnheiten – und kann auch erwachsene Augen enorm strapazieren. Um Druckgefühle, Kopfschmerzen, schnelle Ermüdung und trockene, gereizte Augen zu vermeiden, empfehlen Mediziner die 20-20-20-Regel: Schauen Sie alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf ein Objekt, das 20 Fuß entfernt ist. 20 Fuß entsprechen etwa sechs Metern. So gönnen Sie Ihren Augen eine wohlverdiente Pause, um sich zu entspannen.

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