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Datum:02.11.2021 - Kategorie:Gesundheit
Lesedauer:ca. 9 Min.

Der Schlaganfall: Die größten Risikofaktoren sind beeinflussbar

Es ist nie zu spät etwas zu verändern, denn das Schlaganfall-Risiko kann mit Eigeninitiative um 70 Prozent gemindert werden. Eine Expertin verrät, was zu tun ist.

Wer Schlaganfall-Symptome wie Taubheitsgefühle, Lähmungserscheinungen und Sprachstörungen bemerkt, muss schnell handeln, um Folgeschäden der gefährlichen Blutversorgungsstörung im Gehirn zu minimieren. Diese können auf zwei verschiedene Weisen entstehen: In 85 Prozent aller Fälle liegt eine Verstopfung von Blutgefäßen, der ischämische Schlaganfall, vor. Durch die Verstopfung können dahinterliegende Bereiche nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt werden. Gewebe stirb in der Folge ab. Beim hämorrhagischen Schlaganfall platzt oder reißt in 15 Prozent aller Fälle ein Gefäß im Gehirn, sodass dahinter- und umliegende Bereiche ebenfalls nicht mehr ausreichend versorgt werden können.

Zum Glück gibt es jedoch vor einer möglichen Erkrankung meistens viel Zeit und verschiedene Möglichkeiten, um das Risiko für einen Schlaganfall möglichst gering zu halten. In unserem Video erklärt Miriam Hilker von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe die besten Tipps.

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Wer ist anfällig für einen Schlaganfall?

„Es gibt nicht das eine Schlaganfall-Gen“, sagt Hilker. Vielmehr sind es mehrere Gene, die zusammen vererbt werden müssen, um das Schlaganfall-Risiko zu erhöhen. Auch können es einzelne Veranlagungen sein, die das Risiko erhöhen. Dazu zählen arterielle Hypertonie (erhöhter Blutdruck), Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen.

Beeinflussbare vs. unbeeinflussbare Risikofaktoren

Auch finden 80 Prozent aller Schlaganfälle ab dem 60. Lebensjahr statt, sodass familiär vorbelastete Patienten und ältere Menschen ein unbeeinflussbar höheres Risiko für einen Hirnschlag haben und häufiger zu Patienten werden. Das Schlaganfall-Risiko kann jedoch zu 70 Prozent mit einem einzigen Faktor gemindert werden, so Hilker: einem gesunden Lebensstil. Dies bedeutet vor allem, sich ausgewogen und gesund zu ernähren, um Risikoerkrankungen wie Diabetes mellitus so gut es geht auszuschließen.

Es spielt dabei keine Rolle, auf ein bestimmtes Lebensmittel komplett zu verzichten, so Hilker. Besonders Alkohol sollte jedoch mäßig getrunken und der Cholesterinspiegel im Blick behalten werden. Ein hoher Cholesterinspiegel bedeutet hohe Blutfettwerte, die Übergewicht anzeigen und für gefährliche Ablagerungen an Arterien sorgen. Gerade bei vorbelasteten Patienten begünstigen diese Ablagerungen eine Arterienverstopfung. Auch der Blutzuckerspiegel spielt zur Erkennung von Diabetes eine wichtige Rolle.

Übergewicht kann auch ohne Diabetes die Schlagfall-Wahrscheinlichkeit erhöhen, denn es bedingt weitere Risikofaktoren. Ein Indikator, um Übergewicht bei sich selbst festzustellen, ist das Taille-Hüft-Verhältnis. Der Taillenumfang wird dafür durch den Hüftumfang geteilt. Liegt dieser Wert bei Frauen über 0,8 und bei Männern über 0,9 weist dies auf Übergewicht hin. Auch der Body-Mass-Index (BMI) ist ein guter Richtwert. Er lässt sich mit der Formel Körpermasse geteilt durch Körperlänge in Meter zum Quadrat berechnen und liegt im besten Fall zwischen 18.5 und 25. Der Wert berücksichtigt allerdings keine Unterschiede zwischen potenziell gefährlichem Fett- und normalem Muskelgewebe.

Übergewicht kann auch ohne genetische Vorbelastung schnell zu Bluthochdruck führen, der das Schlaganfall-Risiko für einen um das sechs- bis achtfache erhöht. Ein zu hoher Blutdruck übt dauerhaft zu viel Kraft auf die Wände der Arterien aus und ist daher ein großer Risikofaktor. Die Gefahr, dass sie brüchig werden, steigt. Durch Bluthochdruck fließt das Blut außerdem schneller durch die Adern, was die Wahrscheinlichkeit von Thrombosen erhöht.

Wie kann man einen Schlaganfall verhindern?

Mit ausreichender Bewegung kann nicht nur Übergewicht verhindert, sondern ganz allgemein auch das Herz-Kreislauf-System gestärkt werden. So verringert sich wiederum auch die Wahrscheinlich von besonders gefährlichen Herzerkrankungen wie Vorhofflimmern. Beim Vorhofflimmern wird das Blut nicht mehr gleichmäßig durch die Arterien gepumpt. Wichtig ist jedoch, dass das Blut möglichst optimal und ohne Gerinnsel durch den Körper fließen kann, damit das Schlaganfall-Risiko sinkt.

Auch Rauchen verdoppelt das Schlaganfall-Risiko und ist häufig Ursache einer Erkrankung, die an sich ebenfalls wieder die Schlaganfall-Wahrscheinlichkeit erhöht. Wird anschließend weiterhin geraucht, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren sogar um das zehnfache. Die gute Nachricht, für alle, die aufgehört haben: Nach zwei Jahren ohne Zigarette ist das Schlaganfall-Risiko wieder auf Nichtraucher-Niveau.

Welche Risikofaktoren begünstigen einen Schlaganfall?

Es sind jedoch nicht nur körperliche Faktoren, die Ursache eines Hirninfarkts sein können und plötzlich dafür sorgen, dass körperlich gesunde Menschen zu Patienten werden. Denn auch psychosoziale Faktoren spielen beim Thema Schlaganfall eine Rolle. Viel Stress am Arbeitsplatz oder im Privaten, Geldsorgen und Depressionen konnten in mehreren Studien als Risikofaktoren ausgemacht werden. Chronischer Stress verdoppelt das Risiko und ist somit genauso schädlich wie Rauchen.

Ein umstrittener Risikofaktor ist die Einnahme der Anti-Baby-Pille. In einer Fall-Kontroll-Studie konnte ein etwa fünffach erhöhtes Risiko für eine Sinusthrombose ermittelt werden, die Ursache für ein Prozent aller Schlaganfälle ist. Adipöse Frauen hatten jedoch bei gleichzeitiger Einnahme des Kontrazeptivums ein knapp 30-fach erhöhtes Sinusthrombosen-Risiko. Entsprechend häufiger kommt es bei dieser Kombination zu einem Hirninfarkt.

Wie wird ein Schlaganfall verhindert?

Nicht alle Risikofaktoren lassen sich ausschließen, denn welche Veranlagungen vererbt werden, lässt sich nicht beeinflussen. Hilker betont jedoch, möglichst viele der genannten beeinflussbaren Risikofaktoren zu minimieren, da sie sich gegenseitig verstärken.

Wer bereits einmal einen hatte, erleidet in circa 15 Prozent der Fälle einen weiteren Schlaganfall. Damit Patienten diesen verhindern, müssen vor allem wichtige Herzwerte und Unregelmäßigkeiten wie Vorhofflimmern und Bluthochdruck regelmäßig kontrolliert und die genannten Hauptfaktoren in den Griff bekommen werden. Mit der Zeit lasse auch in einigen Fällen die Sorgfalt bei der ärztlich verordneten Medikamenteneinnahme nach, so Hilker. Die gewissenhafte Einnahme ist jedoch ein zentraler Punkt in der Vorsorge.  

 

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