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Datum:23.06.2020 - Kategorie:Gesundheit
Lesedauer:ca. 6 Min.

Die Lunge: Zeit zum Durchatmen!

Einatmen, ausatmen. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. In Zeiten von Corona zeigt sich, wie lebenswichtig eine gesunde Lunge ist. Dr. Albert Esselmann, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie, erklärt, wie man seine Lunge stark und fit hält.

Herr Dr. Esselmann, die Lunge gilt als ein oft „vergessenes Organ“ – das heißt, viele Menschen nehmen es erst richtig wahr, wenn es schmerz oder nicht mehr richtig arbeitet. Was meinen Sie, woran liegt das?

Das ist in der Tat seltsam – zumal man nur etwa 30 Sekunden die Luft anhalten muss, um zu merken, wie wichtig die Lunge dann doch ist (lacht). Zumindest liegt es nicht daran, dass der Mensch auf die Funktion der Lunge verzichten könnte. Mit einem täglichen Atemvolumen von etwa 10.000 bis 15.000 Liter leistet sie eine Arbeitsmenge, die mehr Beachtung verdienen würde – das Herz aber wird sicher häufiger als zentral bedeutendes Organ dargestellt. 

Allein 2013 erkrankten laut Robert Koch-Institut mehr als 53.000 Menschen in Deutschland an Lungenkrebs. Warum leiden so viele Menschen unter Lungen- und Atemwegserkrankungen? 

Durch die Atmung steht die Lunge mit der Umgebung und dadurch sowohl mit positiven als auch negativen Bestandteilen der Luft in direkter Verbindung. Die Lunge sieht sich Infektionserregern wie Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten sowie reizenden und giftigen Stoffen unmittelbar ausgesetzt. Häufig spielen sich auch allergische und andere Reaktionen auf Umweltreize in der Lunge ab. Diese unvermeidbaren Ursachen können die Lungenfunktion vorübergehend oder dauerhaft einschränken. Wie vielen Schadstoffen wir ausgesetzt sind, ist dabei ganz unterschiedlich – und abhängig von der Umgebung, in der wir leben, und dem Beruf, den wir ausüben. Außerdem geht der demografische Wandel mit einer Steigerung altersbedingter Erkrankungen einher.

Viele Erkrankungen gehen auch auf vermeidbare Risikofaktoren zurück. Für Raucher zum Beispiel liegt das Risiko, an COPD oder Lungenkrebs zu erkranken, 25 Mal so hoch wie für Nichtraucher.

Genau. Bei den vermeidbaren Risiken spielen vor allem das Rauchen und durch den Beruf bedingte Ursachen wichtige Rollen, zum Beispiel Staub oder Gifte in der Luft. Das erklärt auch, warum schon seit Jahren unter den zehn häufigsten Todesursachen drei Atemwegserkrankungen zu finden sind: Infektionen der Atemwege, COPD und Lungenkrebs. Die Menschen sollten sich also im eigenen Interesse besser um das Wohlergehen ihrer Lunge kümmern.

Woran erkenne ich denn, wie es um die Gesundheit meiner Lunge bestellt ist?

Husten oder Kurzatmigkeit bei Belastungen können auf eine mögliche Verschlechterung der Atemwegs- bzw. Lungenfunktion hinweisen. Diese und weitere Symptome wie ein Druckgefühl in der Brust, störende Sekrete in den Atemwegen und eine Luftnot in Ruhe können akut auftreten oder sich langsam entwickeln. Bei unklaren Beschwerden sollte ein ärztlicher Rat eingeholt werden: Ein Lungenfunktionstest zum Beispiel lässt umfangreiche Rückschlüsse auf die Leistungsfähigkeit der Lunge zu.

Was kann ich tun, damit meine Lunge gesund und fit bleibt?

Das Lungengewebe und das Volumen lassen sich nicht wie ein Muskel trainieren. Der Mensch kann die Lungenfunktion aber stärken und optimieren, indem er Muskeln, Knochen und Bindegewebe trainiert, zum Beispiel mit einer gesunden Lebensweise, viel Bewegung und ausgewogener Ernährung. Ältere Menschen und Menschen mit erhöhtem Risikoprofil wie Raucher oder Diabetiker können sich mit Impfungen zumindest teilweise schützen, dazu zählen unter anderem die Grippeschutzimpfung und die Impfung vor Keuchhusten.

Gibt es Sportarten, die sich besonders eignen?

Alle altersgerechten körperlichen Bewegungsformen stärken das Herz-Kreislauf-System, die Immunabwehr und damit auch die Lungenfunktion – das gilt übrigens auch bzw. gerade für Menschen mit bereits bestehenden Lungenerkrankungen. Empfehlenswert sind vor allem Sportarten mit einer Dauerbelastung wie Wandern, Walking, Joggen, Radfahren und Schwimmen.

Hochleistungsorgan Lunge

Auf Essen und Trinken können wir tagelang verzichten, ohne Sauerstoff aber halten wir es nur wenige Minuten aus. Bis zu 20.000 Mal am Tag bewegt sich die Lunge, um das Lebenselixier in die Blutbahn zu pumpen. Allein bis zum 21. Lebensjahr atmen wir umgerechnet 3,5 Millionen Luftballons ein.

Dr. Albert Esselmann

Dr. Albert Esselmann, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie

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