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Datum:22.06.2020 - Kategorie:Im Fokus
Lesedauer:ca. 10 Min.

Volkskrankheit Kopfschmerzen

Pochend, drückend, ziehend oder stechend: Egal in welcher Form er auftritt, von Kopfschmerzen bleibt in seinem Leben kaum jemand verschont. Experten unterscheiden über 200 verschiedene Arten. Mehr über Ursachen, Diagnose und den Griff zur Schmerztablette.

In Deutschland leiden schätzungsweise 54 Millionen Menschen – also rund 70 Prozent der Bevölkerung – unter vorübergehenden oder anhaltenden Kopfschmerzen. Damit gehören Kopfschmerzen hierzulande zusammen mit Rückenschmerzen zu den häufigsten Schmerzformen. Eingeteilt sind sie in zwei Gruppen. „Bei Kopfschmerzen werden Kopfschmerzerkrankungen (primäre Kopfschmerzen) von Kopfschmerzen als Symptom einer Erkrankung (sekundäre Kopfschmerzen) unterschieden“, erklärt Charly Gaul. Er ist Generalsekretär der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) sowie Facharzt für Neurologie und Chefarzt der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein. 

Primäre Kopfschmerzen

Zu den bekanntesten primären Kopfschmerzarten zählen Migräne, Spannungs- und Clusterkopfschmerzen. Der Spannungskopfschmerz tritt am häufigsten auf. „Dabei handelt es sich um einen beidseitig, dumpf drückenden Kopfschmerz, der ohne wesentliche Begleitsymptome einhergeht“, erklärt der Neurologe. So klar die Definition des Begriffs ist, so unklar ist die Entstehung von Spannungskopfschmerzen. Experten vermuten jedoch, dass mehrere Faktoren zusammenkommen. Neben Stress scheinen vor allem Muskelverspannungen eine große Rolle zu spielen. So ist laut DMKG bei mehr als der Hälfte der Patienten die Muskulatur im Nacken- und Kopfbereich besonders schmerzempfindlich.

Migräne-Kopfschmerz

Migräne-Kopfschmerzen sind nicht so häufig wie Spannungskopfschmerzen, doch die Zahl der Betroffenen nimmt kontinuierlich zu. Allein in Deutschland leiden etwa 3,7 Millionen Frauen und rund 2 Millionen Männer darunter. „Bei einer Migräne kommt es zu beidseitigen oder halbseitigen Kopfschmerzen, einhergehend mit Übelkeit, Licht-, Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit“, sagt Gaul. „Körperliche Aktivität verstärkt diesen Kopfschmerz in aller Regel, die Betroffenen haben das Bedürfnis nach Ruhe und Rückzug.“ Die Attacken dauern zwischen einigen Stunden bis zu manchmal drei Tage an und werden meist durch Stress, Wetterwechsel, Schlafstörungen, Reizüberflutung und auch durch Hormonschwankungen ausgelöst. 

Cluster Kopfschmerz

Von sogenannten Clusterkopfschmerz sind 0,01 Prozent der Menschen in Deutschland betroffen. „Der Clusterkopfschmerz ist ein sehr intensiver, halbseitiger, meist um das Auge lokalisierter Kopfschmerz von meist etwa 45 Minuten Dauer, der mit Augentränen, Naselaufen und ausgeprägter Bewegungsunruhe einhergeht, solche Attacken können sogar mehrfach am Tag auftreten“, so Gaul. 

Wie bei Spannungskopfschmerzen und Migräne ist auch die Entstehung von Clusterkopfschmerzen noch nicht abschließend geklärt. Doch es gibt einige Ansätze: „Migräne als primärer Kopfschmerz beruht in der Regel auf einer genetischen Veranlagung. Dabei kommt es zu einer veränderten Reizverarbeitung im Gehirn, das zentrale Nervensystem ist empfindlich und reagiert ohne Anlass oder getriggert durch bestimmte Auslöser mit einer Aktivierung. Dadurch werden Botenstoffe ausgeschüttet, die Schmerz und entzündungsähnliche Prozesse im Bereich des N. trigeminus (dreiteiliger Gesichtsnerven) und der Gefäße an den Hirnhäuten auslösen.“ 

Sekundäre Kopfschmerzen

Im Gegensatz dazu treten sekundäre Kopfschmerzen als Begleiterscheinung auf. „Der Katerkopfschmerz nach Alkoholkonsum ist dabei einer der häufigsten Kopfschmerzen“, erklärt der Experte. Aber auch eine akute Nasennebenhöhlenentzündung und andere Infektionskrankheiten können Auslöser sein. Wenn Patienten über einen Brummschädel klagen, können sich dahinter aber auch ernstere Erkrankungen verbergen. So treten sie laut Gaul auch als Folge von gefährlichen Erkrankungen, wie Hirnhautentzündung oder Hirnblutung auf.

Eine Gemeinsamkeit

So unterschiedlich die Arten auch sind, eins haben sie alle gemeinsam: „Der Schmerz ist das Verbindende zwischen allen Kopfschmerzerkrankungen die Unterscheidung der einzelnen Diagnosen erfolgt in der Regel nach der Länge und Häufigkeit der Kopfschmerzattacken und den Begleitsymptomen, wie Übelkeit und Erbrechen bei der Migräne“, erklärt Charly Gaul.  

Besuch beim Arzt?

Generell gilt: „Viele Patienten kennen ihre Kopfschmerzen seit Jahren und können ganz gut damit umgehen“, so der Neurologe. Vorsicht ist hingegen geboten, wenn sich ein Kopfschmerz in seinem Charakter verändert. Das heißt, tritt er häufiger auf oder werden die Schmerzen stärker, ist ärztliche Hilfe und Diagnostik sinnvoll. „Tritt ein Kopfschmerz erstmalig nach dem 50. Lebensjahr auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, weil ab diesem Alter das Risiko für weitere Erkrankungen steigt“, betont der Arzt. Gleiches gilt, wenn Kopfschmerzen mit neurologischen Begleitsymptomen, wie Lähmung oder Fieber einhergehen. Sofern es sich nicht um einen Notfall handele, sei die erste Anlaufstelle der Hausarzt. Kann er keine klare Diagnose stellen oder hält er Zusatzuntersuchungen für erforderlich, sei in der Regel der Neurologe der zuständige Facharzt. „Diagnostisch sind das sorgfältige Erheben einer ausführlichen Anamnese (Schilderung aller Beschwerden), eine Medikamentenanamnese und eine körperliche Untersuchung mit neurologischem Befund am wichtigsten.“

Griff zur Tablette

Wie man es auch dreht und wendet, Kopfschmerzen sind lästig. Zumal sie gefühlt immer dann auftreten, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann. Linderung versprechen vor allem Schmerzmittel. „Die Mehrzahl aller Kopfschmerzbetroffenen kommt mit Selbstmedikation gut zurecht“, weiß auch Gaul. Dabei sollte aber unbedingt auf die Dosierung geachtet werden. „Zur Verfügung stehen freiverkäufliche Schmerzmittel, wie Ibuprofen (in einer Dosierung bis 400 mg, höhere Dosierungen sind rezeptpflichtig), Paracetamol (empfohlene Einzeldosis 1000 mg), Acetylsalicylsäure („Aspirin“, empfohlene Einzeldosis 1000 mg) sowie die Kombination aus Paracetamol, Acetylsalicylsäure und Koffein (empfohlene Dosis 2 Tabletten).“ Insbesondere bei Migräne gilt, dass die Medikation dann am besten wirksam ist, wenn sie rechtzeitig im Anfall eingenommen wird. „Wer unterdosiert oder sie zu spät einnimmt, hat häufig eine schlechtere Wirkung. Besteht wie im Migräneanfall zusätzlich Übelkeit, sollte diese auch behandelt werden.“ Manchmal reichen „normale“ Schmerzmittel jedoch nicht aus. Hilfe versprechen dann spezielle Migränemittel – sogenannte Triptan. 

Vorsicht

Es erscheint verlockend, lästige Kopfschmerzen schnell und wirksam mit einer Tablette zu bekämpfen – doch das Problem sind nicht nur eventuelle Nebenwirkungen. „Es ist wichtig zu wissen, dass die zu häufige Einnahme von Tabletten die Kopfschmerzhäufigkeit noch erhöhen kann“, warnt Gaul. Eine dringende Empfehlung lauten deshalb: Nicht an mehr als zehn Tagen pro Monat Schmerzmittel oder Triptane einnehmen. 

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