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Datum:06.05.2020 - Kategorie:Gesundheit
Lesedauer:ca. 8 Min.

Vom Sinn und Unsinn von Diäten

Interview mit Frau Claudia Buxel, Ernährungsexpertin am Bielefelder Stoffwechselinstitut

Frau Buxel, der Frühling steht vor der Tür und ich würde gerne ein paar Kilos abspecken. Welche der zahllosen Diäten sollte ich dafür auswählen?

Am besten keine. Jede zeitlich begrenzte Ernährungsumstellung - und so ist das Wort Diät definiert - hat langfristig keinen Nutzen. Sinnvoll ist eine grundsätzliche Umstellung der Ernährungs- und Trinkgewohnheiten. Nur so wird es Ihnen gelingen, Ihr Gewicht auch nachhaltig zu reduzieren. Eine möglichst natürliche Ernährung und der bewusste Genuss von Nahrungsmitteln sollten dabei immer im Vordergrund stehen.

Kann ich meinem Körper mit einer Diät auch Schäden zufügen?

Ja. Mit den üblichen Diäten fügen Sie Ihrem Körper langfristig Schaden zu. Denn durch eine starke Kalorieneinschränkung unterhalb des Grundumsatzes gerät der Körper oftmals in den Hungerstoffwechsel. 

Mit anderen Worten: Wenn Sie Ihre Kalorienzufuhr stark reduzieren, wie es insbesondere bei Crashdiäten der Fall ist, werden Sie Ihr Gewicht zwar kurzfristig reduzieren können. Essen Sie dann aber irgendwann wieder wie vorher, nehmen Sie in kürzester Zeit umso mehr an Gewicht zu, da Ihr Körper seinen Stoffwechsel auf die verringerte Nahrungszufuhr umgestellt hat. Es kommt zum so genannten Jojo-Effekt. Dieses ständige Auf und Ab des Gewichts ist für den Körper nicht gesund. 

Einen besonderen Hype erfährt in letzter Zeit das Intervallfasten. Was halten Sie davon?

Grundsätzlich ist das Intervallfasten gut. Der Stoffwechsel ist dankbar für eine lange Erholungszeit ohne Nahrungszufuhr. In dieser Nahrungskarenz kann der Körper notwendige Reparaturmechanismen durchführen. Wenn zudem die Ernährung generell ausgewogen ist, fällt es dabei natürlich auch leichter das Körpergewicht zu halten oder zu reduzieren. 

Hierbei sollte jeder eine für seinen Alltag dauerhaft mögliche Form finden. Zum Beispiel, indem Sie möglichst um ca. 18 Uhr abends die letzten Kalorien zu sich nehmen und am darauffolgenden Tag erst spät (ca. 10 Uhr) frühstücken.

Warum fällt es mir so schwer, mein reduziertes Gewicht zu halten?

Alles was nicht auf eine langfristige Veränderung der Ernährungsgewohnheiten ausgelegt ist, führt durch den beschriebenen Jojo-Effekt schnell wieder zu einer Gewichtszunahme. Oftmals nimmt man dann leider sogar noch mehr Gewicht zu, als man vorher reduziert hat.

Wie groß schätzen Sie den Einfluss von Sport und Bewegung auf unser Körpergewicht ein?

Allein durch mehr Sport werden Sie Ihr Gewicht in der Regel nicht reduzieren können. Für eine nachhaltige Gewichtsreduktion ist eine langfristig ausgerichtete Ernährungsumstellung mindestens genauso wichtig wie Bewegung und Sport. Aber Bewegung ist eine wichtige Komponente für Ihre Stoffwechselleistung. Und eine gute Stoffwechselleistung ist quasi der Schlüssel für die Gewichtsregulation. Wie Sie diese erreichen? Sie sollten alle drei Komponenten eines guten Stoffwechsels beachten: regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Entspannung. Insbesondere die letzte Komponente, eine gute psychische Ausgeglichenheit und Stressbalance, wird von vielen Menschen unterschätzt. Hierauf kann aber zum Beispiel tägliche körperliche Bewegung, die uns Freude macht, einen sehr positiven Einfluss haben. 

Das heißt, auch mein hohes Stress-Level kann mir beim Abnehmen im Wege stehen?

Ja. Der vorhandene, aber von uns oft unbemerkte Stress, ist mit entscheidend. Dauerstress kann tatsächlich zu einer Blockierung der Stoffwechselleistung führen. Durch die vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen zieht der Körper seine Energie überwiegend aus dem schneller verfügbaren Zuckerstoffwechsel, wodurch der Fettstoffwechsel zum Erliegen kommt. Heißhungerattacken und ein ständiger Appetit auf Kohlenhydrate sind die Folge. Das wiederum kann die Gewichtsreduktion natürlich erschweren.

Haben Sie noch konkrete Tipps für mich, wie ich meine Ernährung so umstellen kann, dass sie langfristig zu einem guten Stoffwechsel und somit zu einem gesunden Gewicht beiträgt? 

In erster Linie ist es wichtig, dass Sie bewusst, regelmäßig und mit Genuss essen. Zählen sie keine Kalorien! Sinnvoller ist es, das Frühstück möglichst spät und das Abendessen möglichst früh zu sich zu nehmen und zwischen den Mahlzeiten etwa vierstündige Essenspausen einzuhalten.

In Ihrer Ernährung sollten Sie möglichst naturbelassene und regionale Lebensmittel bevorzugen: viel Gemüse, Salat, Obst, fermentierte Milchprodukte (z. B. Quark, Joghurt, Kefir, Buttermilch, Käse), Eier, mageres Fleisch und Fisch. Nutzen Sie pflanzliche und hochwertige Fette wie z. B. Oliven-, Raps-, Walnuss- und Leinöl. Fertigprodukte und Teigwaren, wie Kuchen, Kekse, Lasagne oder Pizza, sollten Sie möglichst meiden. Auch Brot sollten Sie möglichst nur in Maßen essen und dabei Vollkornbrot und dunkles Mischbrot bevorzugen. Wichtig ist zudem, dass Sie den Verzehr von Zucker reduzieren und auf künstliche Süßstoffe verzichten. Auch Softdrinks und Obstsäfte sollten Sie in diesem Zusammenhang vermeiden. Günstige Getränke sind hingegen Mineralwasser, Tee, Buttermilch, Bio-Gemüsesäfte und Kaffee. Falls Sie doch gerne mal naschen, entscheiden Sie sich am besten für kleine Mengen Zartbitterschokolade. Bei alledem gilt: Vergessen Sie nicht, Ihr Essen zu genießen! 

Wenn Ihnen die Veränderungen schwer fallen, versuchen Sie nicht alles auf einmal umzustellen. Für den Erfolg Ihrer Gewichtsreduktion ist vor allem entscheidend, dass Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten auf Dauer beibehalten können und sich damit wohlfühlen.

Claudia Buxel

Claudia Buxel, Ernährungsexpertin am Bielefelder Stoffwechselinstitut.

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