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Datum:01.06.2022 - Kategorie:Gesundheit
Lesedauer:ca. 11 Min.

Was die Symptome einer Demenz sind und wie sich das Gehirn verändert

Wie hieß das Wort noch gleich? Und was habe ich gestern eigentlich gemacht? Schleichend nimmt das Denkvermögen ab – und der Gedächtnisverlust zu. Demenz beschreibt eine Krankheit, an der rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland leiden. Vor allem ältere Menschen sind betroffen, weil das Risiko einer demenziellen Erkrankung mit höherem Alter steigt. Dabei kann die Erkrankung verschiedene Formen annehmen und unterschiedlich verlaufen.

Was ist Demenz?

Betrachten wir zunächst den Begriff „Demenz“. Er leitet sich aus dem lateinischen „Dementia“ ab und drückt sinngemäß „ohne Geist“ aus. Die wörtliche Übersetzung bringt die Krankheit auf den Punkt: Demenz greift unsere Nervenzellen im Gehirn an, sodass geistige Funktionen immer mehr beeinträchtigt werden beziehungsweise verloren gehen. Dieser Verlust nimmt Einfluss auf:

  • das Gedächtnis
  • das Denken
  • die Sprache
  • die Orientierung
  • das Verhalten und die Persönlichkeit

Demenz beschreibt keine eigenständige Krankheit, sondern umfasst unterschiedliche Demenzformen. Zu unterscheiden ist die primäre und sekundäre Demenz. Die primäre Demenz stellt eine Erkrankung mit dem Ursprung im Gehirn dar – was bei rund 90 Prozent der Betroffenen der Fall ist. Zu dieser Demenzform zählen unter anderem Alzheimer, die Lewy-Körper-Demenz sowie die Frontotemporale Demenz. Im Gegensatz dazu entspringt die sekundäre Demenzart aus anderen Grunderkrankungen, zum Beispiel Vitamin-B12-Mangel. Diese Form tritt jedoch nur sehr selten auf.

Was passiert mit dem Gehirn bei einer Demenz?

Demenzerkrankungen greifen das Gehirn an, das vergleichbar mit einem Bücherregal ist. Jedes Buch verfügt über unterschiedliche Inhalte und Erinnerungen aus unserem Leben. Bei einem Demenzkranken aber fallen verschiedene Bücher im Laufe der Zeit um und Erinnerungen geraten in Vergessenheit. Zwar ist es möglich, die Bücher teilweise wieder aufzustellen.

Bei einer fortgeschrittenen Demenzphase können sie allerdings auf ewig aus dem Regal verschwinden. Der Grund: Bei primären Demenzerkrankungen sterben Nervenzellen ab, sodass unser Hirn um bis zu 20 Prozent schrumpfen kann. Darüber hinaus können Verbindungen und die Kommunikation zwischen den Zellen verloren gehen und kognitive Fähigkeiten weiter abnehmen.  

Was sind die Symptome einer Demenz?

Da die Demenzerkrankung unsere Nervenzellen angreift, hat sie Auswirkungen auf unseren physischen und körperlichen Zustand. Erste Anzeichen können sein:

  • Wiederkehrende Vergesslichkeit im Alltag: Betroffene vergessen, wo sie ihre Brille oder Schlüssel hingelegt haben, und finden die Gegenstände an ungewöhnlichen Orten – beispielsweise im Kühlschrank – wieder.
  • Orientierungslosigkeit: Erkrankte Personen finden sich in sonst gewohnten Umgebungen nicht mehr zurecht (zum Beispiel beim Gang zum Supermarkt).
  • Konzentrations- und Sprachprobleme: Eine aktive Beteiligung an sozialen Gesprächen ist für Betroffene nicht mehr wie gewohnt möglich.
  • Wortfindungsstörungen: Bekannte und alltägliche Wörter fallen Demenzkranken nicht mehr ein.
  • Sozialer Rückzug: Betroffene verspüren immer weniger Lust, etwas zu unternehmen. Auch der Tag-Nacht-Rhythmus der Menschen verändert sich.

Was sind die Ursachen?

Die Ursachen der Gedächtniserkrankung sind abhängig von den unterschiedlichen Demenzformen.

Diagnosen können sein:

Alzheimer

Diese Form beschreibt eine neurodegenerative Erkrankung. Nervenzellen sterben schrittweise ab, ausgelöst durch eine Anhäufung von krankhaften Eiweißstoffen im Hirn – sogenannten Plaques.

Vaskuläre Demenz

Bei diese Form führen Durchblutungsstörungen im Gehirn zum Absterben von Zellen.

Lewy-Body-Demenz

Hier lagern sich in den Nervenzellen der Großhirnrinde Eiweißreste des sogenannten Transportproteins Alpha-Synuclein ab. Die Lewy-Körperchen-Demenz behindert die Kommunikation zwischen den Nervenzellen.

Frontotemporale Demenz

Dabei sterben im Stirn- und Schläfenlappen des Großhirns von Zeit zu Zeit Nervenzellen ab.

Sekundäre Demenz

Sie entsteht aus Grunderkrankungen wie Vitamin-B12-Mangel, Schilddrüsenerkrankungen oder nach der Einnahme von Medikamenten – zum Beispiel Antidepressiva, Neuroleptika und weiteren Anticholinergika.

Ist Demenz erblich bedingt?

Im höheren Alter steigt das Risiko einer Demenzerkrankung erheblich. Dabei spielt besonders die Alzheimer-Erkrankung eine bedeutende Rolle. Diese ist in maximal zwei Prozent aller Fälle erblich bedingt. Die sogenannte „Familiäre Alzheimer-Krankheit“ wird autosomal dominant vererbt, das bedeutet: Aufgrund einer Gen-Mutation kann Alzheimer bei Familienmitgliedern ausbrechen. Angehörige ersten Grades haben eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit, die Mutation aufzuweisen und an Alzheimer zu erkranken.

Ist Demenz heilbar?

Allgemein ist für alle primären Demenzarten festzuhalten: Sie sind nicht heilbar. Zwar gibt es Ausnahmen, wenn es sich zum Beispiel um eine sekundäre Demenzform handelt. In den meisten Fällen zielen mögliche Therapien aber nur darauf ab, das Fortschreiten der Krankheit auszubremsen und Symptome zu mildern.

Kann Demenz behandelt werden?

Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten einer Demenzkrankheit. Sie sind zu unterscheiden in medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen. Da die Demenzformen variieren, stellen Ärzte einen individuell angepassten Therapieplan zusammen:

Medikamente: Antidementiva

  • Acetylcholinesterasehemmer gleichen den Botenstoff-Mangel von Acetylcholin aus. Ein Enzym, das für die Kommunikation zwischen den Nervenzellen relevant ist.
  • Glutamat-Antagonist Memantin ist dafür da, die Andockstellen im Gehirn für den Nervenbotenstoff Glutamat zu blockieren, welches Nervenzellen zerstört.

Therapiemöglichkeiten:

  • Verhaltenstherapie: Sie hilft Erkrankten, mit ihrer Diagnose im Leben besser umzugehen.
  • Kognitives Training: In frühen bis mittleren Stadien kann die Behandlung positive Effekte erzielen, weil sie die Krankheit eindämmt. Sie wirkt gegen kognitive Störungen im Gedächtnis, der Aufmerksamkeit oder der Orientierung.
  • Ergotherapie: Die Beweglichkeit der erkrankten Menschen wird gefördert, damit sie möglichst lange alltägliche Tätigkeiten wie Einkaufen, Kochen oder Zeitung lesen ausüben können.
  • Realitätsorientierung: Die Therapie steigert die räumliche und zeitliche Orientierung eines Menschen.

Wie sehen Krankheitsverlauf und Prognose aus?

Die Demenzformen und ihre Behandlungen sind zwar unterschiedlich. Langfristig gesehen haben sie jedoch eines gemeinsam: Menschen verlieren ihre geistigen Fähigkeiten, und auch ihre Persönlichkeit verändert sich.

Dennoch kann der Verlauf einer Demenzerkrankung – abhängig von der Demenzart –verschieden ausfallen. Eine vaskuläre Demenz zum Beispiel tritt häufig plötzlich auf und verschlechtert sich in Schüben. Meistens beginnt die Demenzkrankheit aber schleichend und schreitet langsam voran. Darüber hinaus variiert der Zustand der Patienten im Verlauf der Erkrankung.

Es gibt Momente, in denen sie in einem besseren Zustand sind, und dann auch wieder in einem schlechteren. Auch die Persönlichkeitsmerkmale sind von Mensch zu Mensch anders. Einige Betroffene sind freundlich und ruhig, andere zeigen aggressive Charakterzüge.

Unabhängig von der Demenzart und ihrem Verlauf ist wichtig: Betroffene sollten offen mit ihrer Krankheit umgehen. Das erleichtert ihren Alltag und vermeidet Missverständnisse. Außerdem können Angehörige einen wichtigen Teil dazu beitragen, die richtige Pflege und Betreuung eines erkrankten Menschen zu gewährleisten. Das kann in kleinen Schritten beginnen. Zum Beispiel, indem Angehörige Geduld mit der betroffenen Person haben, ihr Nähe und Orientierung schenken. Zu der richtigen Pflege gehört auch, Gewohntes beizubehalten und gemeinsame Erinnerungen zu teilen.

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