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Datum:05.05.2022 - Kategorie:Gesundheit
Lesedauer:ca. 19 Min.

Was sind Ursachen für Zyklusstörungen und was hilft?

Sie kommt bei Frauen alle 28 Tage und ist nach fünf Tagen wieder vorbei? Nein, so einfach ist das nicht mit der Periode. Viele Frauen haben einen unregelmäßigen Zyklus und das ist auch ganz normal. Wir klären mit Gynäkologin Dr. Susanne Worms, ab wann man von Zyklusstörungen spricht, was gegen Menstruationsbeschwerden hilft und in welchen Fällen sie ärztlich abgeklärt werden sollten.

Zyklusstörungen – leichte Abweichungen sind normal

Die Menstruation ist ein zyklischer Prozess, der hinsichtlich der Zykluslänge, der Dauer und der Stärke der Blutung abweichen kann. Es ist normal, wenn zwischen dem ersten Tag der Menstruation und dem Beginn der nächsten Regelblutung 25 bis 35 Tage liegen. Einen Zyklus von 28 Tagen haben hingegen nur 10 bis 15 Prozent aller Frauen. Üblicherweise dauert die Regelblutung vier bis sieben Tage, im Durchschnitt fünf Tage. Dabei verliert die Frau etwa 30 Milliliter Blut.

Wann Menstruationsstörungen problematisch sind

Der Menstruationsrhythmus ist gestört, wenn die Periode zu oft kommt, zum Beispiel alle zwei oder drei Wochen, oder wenn die Frau in längeren Abständen menstruiert, alle fünf, sechs Wochen oder auch nur drei, viermal im Jahr. Eine weitere Störung sind unregelmäßige Blutungen, die keinem Zyklus unterliegen.

Auch die Stärke der Menstruation kann gestört sein: dass die Blutung entweder ganz schwach ist (Schmierblutung) oder sehr stark. Bei einer sehr starken Regelblutung kann die Frau mehr als 80 Milliliter Blut verlieren. Wichtig ist, sich dann von einer Gynäkologin oder einem Gynäkologen behandeln zu lassen, um dem entstehenden Eisenmangel und einer eventuellen Blutarmut entgegenzuwirken.

Welche Zyklusstörungen gibt es?

  • Zu langer Zyklus von 35 bis 90 Tagen (Oligomenorrhoe)
  • Zu kurzer und zu häufiger Zyklus: weniger als 25 Tage zwischen zwei Blutungen (Polymenorrhoe)
  • Schwache Blutung (Hypomennorrhoe)
  • Sehr starke Blutung von mehr als 80 Millilitern pro Periode (Hypermenorrhoe)
  • Keine Monatsblutung (Amenorrhoe)
  • Die Blutung dauert weniger als zwei Tage (Brachymenorrhoe)
  • Die Blutung dauert länger als sechs Tage bis zu zwei Wochen (Menorrhagie)
  • Zusätzliche Blutungen, meistens in der Zyklusmitte (Spotting)
  • Zusätzliche, unregelmäßige Blutungen über mehrere Tage (Metrorrhagie)
  • starke Schmerzen vor oder während der Monatsblutung (Dysmenorrhoe)
  • Prämenstruelles Syndrom (Migräne, Schmerzen in der Brust, schwere Beine, Stimmungsschwankungen)

Zwei Drittel der Frauen leiden unter Menstruationsschmerzen

Fast zwei Drittel aller Frauen leiden unter Schmerzen während der Menstruation, sagt Dr. Susanne Worms, niedergelassene Gynäkologin aus Bielefeld. Einige könnten nicht zur Arbeit oder zur Schule gehen, ohne Schmerzmittel zu nehmen. Die Schmerzen entstehen, weil sich die Gebärmutter während der Menstruation ähnlich wie bei den Geburtswehen zusammenzieht, um das Blut nach draußen zu transportieren.

Bei welchen Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden?

In den nächsten Wochen, wenn

  • die Monatsblutung plötzlich ohne erkennbare Ursache ausbleibt und ein Schwangerschaftstest negativ ausgefallen ist.
  • erstmals Schmierblutungen auftreten.
  • die Periode so häufig und unregelmäßig kommt, dass kein Rhythmus mehr erkennbar ist.
  • unregelmäßige Zwischenblutungen auftreten.
  • die Blutungen zu schwach sind und ein unerfüllter Kinderwunsch besteht.

In den nächsten Tagen, wenn

  • die Blutung wiederholt sehr stark ist oder länger als sechs Tage dauert.
  • die Blutungen ausbleiben, nachdem sie eine Zeit lang regelmäßig waren.

Was sind die Ursachen für Menstruationsstörungen?

  • Stress, psychische Belastung
  • Magersucht
  • Hormone
  • Anatomie
  • Rauchen und andere Drogen
  • Leistungssport
  • andere Erkrankungen wie Myome, Diabetes, Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion

Zyklusstörungen – Wenn die Monatsblutung ausbleibt

Menstruationsstörungen können hormonell wie auch anatomisch bedingt sein oder eine andere Erkrankung als Ursache haben. Bei Frauen, die sehr dünn seien, mit einem Body-Mass-Index deutlich unter 18, komme die Periode verzögert oder bleibe ganz aus, sagt Worms. Magersüchtige Frauen haben keine Monatsblutung. Sinkt der Körperfettanteil dramatisch, produziert der Körper nicht mehr genug Hormone, die den Eisprung stimulieren. Der Menstruationszyklus bleibt aus (sekundäre Amenorrhoe).

Die Unterernährung versetzt den Körper in eine Art „Notzustand“, in dem er alle Reserven für sein Überleben nutzt. Ähnlich ist es bei Frauen, die sehr ausdauernd Sport treiben und dabei wenig essen, wie einige Läuferinnen. Sinkt ihr Körperfettanteil unter eine Grenze, verlangsamt der Körper den Stoffwechsel und setzt den Eisprung aus, um Energie zu sparen. Die Menstruation bleibt  aus.

Starke Raucherinnen haben oft verkürzten Zyklus

Rauchen und andere Drogen können den Menstruationszyklus stören. Bei Raucherinnen schwankt die Zykluslänge stärker und sie leiden häufiger unter Regelschmerzen. Einer Studie zufolge haben starke Raucherinnen, die mehr als 20 Zigaretten pro Tag rauchen, gegenüber Nichtraucherinnen ein fast vierfach erhöhtes Risiko eines verkürzten Zyklus von weniger als 25 Tagen. Je mehr Zigaretten die Frau raucht, desto höher ist ihr Risiko für Schmerzen bei der Menstruation.  

Frauen mit zu kurzem Zyklus werden seltener schwanger

Ist der Zyklus länger als 28 Tage oder kommt die Periode nur drei-, viermal im Jahr, hat die Frau seltener einen Eisprung und kann entsprechend seltener schwanger werden. Bei einem verkürzten Zyklus hat die Frau öfter einen Eisprung. Allerdings produziere der Körper dann häufig weniger Gelbkörperhormon Progesteron, sagt Worms. Es sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut dicker wird und sich das Ei gut in ihr einnistet. Deswegen klappe es bei einem zu kurzen Zyklus häufig nicht, schwanger zu werden.

Diabetes und Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion stören Zyklus

Oft werden Blutungsstörungen durch gutartige Tumore (Myome) ausgelöst, die sich in der Muskelschicht der Gebärmutter gebildet haben. Dadurch kann sich die Gebärmutter während der Regelblutung nicht richtig zusammenziehen. Zysten an den Eierstöcken können dazu führen, dass die Frau sechs Wochen lang keine Regel hat und danach eine Dauerblutung auftritt.

Eine Über- und Unterfunktion der Schilddrüse stören die Hormonproduktion in den Eierstöcken, was den Zyklus verändern kann. Auch ein erhöhter oder zu niedriger Blutzucker (Diabetes) wirkt der Eizellreifung entgegen und kann unregelmäßige Blutungen verursachen.

Die familiäre Veranlagung spiele bei der Menstruation ebenfalls eine Rolle, sagt Worms. Häufig berichteten Patientinnen mit einer sehr starken Blutung, dass ihre Mutter auch schon davon betroffen gewesen sei. Zudem beeinflusse das individuelle Blutgerinnungssystem der Frau die Stärke der Blutung. Das Blut der einen Frau gerinne schneller, das der anderen langsamer.

Stress verstärkt die Schmerzen

Bei einer schmerzhaften Periode spielten auch Stress, psychische Belastungen und Ängste eine Rolle, sagt Worms. Patientinnen, die unter seelischem Druck stünden, empfänden die Periodenschmerzen stärker. Psychische Belastungen verstärkten auch das Prämenstruelle Syndrom (PMS), das typischerweise eine Woche vor der Regelblutung auftrete. Patientinnen berichteten, dass sie in dieser Phase näher am Wasser gebaut seien, mehr stritten und mit ihren Kindern schimpften, d.h. weniger belastbar seien und/oder unter Migräne, schweren Beinen oder Schmerzen in der Brust litten.

Die Menstruation verändert sich im Laufe des Lebens. (Dr. Susanne Worms, Gynäkologin)

Zyklus verändert sich im Laufe des Lebens

„Die Menstruation verändert sich im Laufe des Lebens“, sagt Dr. Susanne Worms. So wie sich auch der Hormonhaushalt und der Körper der Frau verändern. Jugendliche Frauen haben häufig einen längeren Rhythmus und Schmerzen bei der Menstruation. Bei Frauen über 35 oder 40 Jahren entwickele sich oft ein zu enger Rhythmus mit einer zu starken Blutung, sagt Worms. Typisch für die erste Phase der Wechseljahre sind kürzere Zyklen von circa 21 Tagen mit stärkeren oder auch schwächeren Blutungen. Durch die kürzeren Abstände der Blutung und den hohen Blutverlust entstehe in vielen Fällen ein Eisenmangel, den die Frau selbst mit Eisentabletten nicht mehr ausgleichen könne.

Nach Geburt weniger Schmerzen bei Menstruation

Nach einer Schwangerschaft und vaginalen Geburt komme die Menstruation häufig pünktlich und verlaufe schmerzfrei, sagt Worms. Zum einen bringe die Schwangerschaft den Hormonhaushalt in Balance, zum anderen sei der Muttermund nach einer vaginalen Geburt geweitet, weil das Kind hindurchgetreten sei. Dadurch fließe das Blut bei der Menstruation leichter ab, ohne dass sich die Gebärmutter stark zusammenziehen müsse.

Zyklusstörungen - Was tun gegen die Beschwerden?

  • Stressfaktoren reduzieren
  • Yoga
  • autogenes Training, Entspannungsübungen
  • Mönchspfeffer
  • Magnesium
  • Schmerzmittel (ärtzlich abklären)
  • Hormonbehandlung (Nutzen/Risiko ärztlich abklären)

Mönchspfeffer reguliert Eierstockfunktion

Als ersten Schritt bei allen Menstruationsstörungen, egal ob der Rhythmus gestört ist, die Menstruation zu stark ist oder die Frau unter dem prämenstruellen Syndrom leidet, empfiehlt Worms Mönchspfeffer. Dieses pflanzliche Mittel in Tabletten- oder Tropfenform nimmt die Frau den ganzen Zyklus über täglich ein. Vielen Frauen helfe das gut. Der Wirkstoff der Pflanze reguliere die Funktion der Eierstöcke, ohne hormonell zu wirken.

Progesteron hilft bei starken Blutungen, verkürztem Zyklus und gegen PMS

Bei einer sehr starken Blutung könne man in der zweiten Zyklushälfte das Gelbkörperhormon Progesteron zuführen. Von Tag 12 bis 26 nehme die Frau eine Hormontablette pro Tag ein. Bei vielen Frauen normalisiere sich dadurch die Blutung. Eine schwache Menstruationsblutung sei nicht behandlungsbedürftig, sagt Worms.

Auch bei Frauen über 35, die einen verkürzten Zyklus haben, gibt die Gynäkologin das Gelbkörperhormon, um den Zyklus zu stabilisieren. Sie empfiehlt auch Frauen mit regelmäßiger Menstruation, die schwanger werden wollen, Progesteron zu nehmen, da es die Chancen, schwanger zu werden, erhöht. Das Hormon helfe auch gegen das prämenstruelle Syndrom (PMS).

Zyklusstörungen – eine Hormonspirale schwächt die Blutung

Eine Hormonspirale, wie sie zur Verhütung eingesetzt wird, sei eine mögliche Therapie gegen eine zu starke Blutung. Viele Frauen griffen darauf zurück. Die enthaltenen Hormone unterdrückten den Schleimhautaufbau in der Gebärmutter, dadurch blute die Frau weniger. Viele Patientinnen hätten durch die Hormonspirale nur noch eine Schmierblutung oder gar keine Periode mehr.

Die Spirale müsse je nach Art nur alle fünf bis sechs Jahre erneuert werden. Frauen, die nicht rauchen und nicht übergewichtig seien, könnten alternativ eine niedrig dosierte Antibabypille nehmen. Eventuelle Nebenwirkungen der Pille seien mit den Begleiterscheinungen einer zu starken Periode abzuwägen, sagt Worms. Bei einigen Patientinnen seien die starken Blutungen anders nicht in den Griff zu bekommen.

„Wenn die Frau sich immer wieder in den Eisenmangel rein blutet, immer schlapp ist und sich häufig Infekte zuzieht, muss man überlegen, was man macht.“ Eine Mini-Pille enthalte keine Östrogene und sei deshalb auch für Frauen, die rauchen, übergewichtig sind oder unter hohem Blutdruck leiden, geeignet.

Schmerzen sollte die Frau nicht aushalten.

Gegen Schmerzen bei der Menstruation empfiehlt Worms ein Schmerzmittel wie Ibuprofen, das die Frau immer in Abstimmung mit ihrem Gynäkologen nehmen sollte. Die Frau solle die Schmerzen nicht aushalten. Wichtig sei, das Medikament frühzeitig zu nehmen, sobald die Schmerzen einsetzten. Magnesium lindere die Krämpfe. Die Frau nehme am besten drei bis fünf Tage vor Beginn der Periode 300 Milligramm Magnesium täglich bis zum zweiten oder dritten Tag der Blutung, dann ist die stärkste Blutung vorbei.

„Jede Frau sollte einen Menstruationskalender führen oder eine entsprechende App auf dem Handy nutzen“, sagt Worms. Damit wisse sie, wo im Zyklus sie sich gerade befindet. Leide die Frau unter Schmerzen während der Periode, sehe sie anhand des Zykluskalenders, an welchem Tag sie mit der Einnahme von Magnesium am besten beginne, damit die Regel nicht so schmerzhaft wird. 

Anne Neul

Von Anne Neul

Anne Neul ist Redakteurin der Neuen Westfälischen, freie Journalistin, Life Coach und Mutter eines Sohnes. Ihre Themen-Schwerpunkte sind Schwangerschaft & Geburt, Gesundheit, Familie und persönliche Weiterentwicklung.  

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